Ich war noch nie ein sehr großer Fan vom „Texas Chainsaw Massacre“.
Aber Leatherface liebe ich von ganzem Herzen. Schon immer. Der Kerl ist einfach eine coole Sau. Und die Vorstellung, dass dieser, einer meiner Lieblingsmassenmörder, mal ein bisschen näher unter die Lupe genommen wird und mehr ins Rampenlicht rückt, ließ mein vertrocknetes, schwarzes Herz in Verzückung geraten.
Doch die Umsetzung wurde der Vorstellung mal wieder nicht gerecht:
Gaukelt uns der Film anfangs noch vor, es würde hier hauptsächlich um Leatherface gehen, folgt dann leider doch die unvermeidliche Geschichte von den das texanische Outback durchquerenden jungen Leuten (die üblichen H&M-Models, eine geile Blondine mit Silikontitten und Perlweißlächeln inklusive…), die von der Family aufgegabelt und kaputt gemacht werden.
Gipfeln tut der Hokuspokus dann in dem traditionellen Abendessen, der standardisierten Kettensägenverfolgungsjagd und der obligatorische Sprung durchs Fenster ist auch mit von der Partie.
Ein „Beginning“, ein „Making of ‚The Family’“ hätt’s werden sollen, doch das ist dieser Streifen einfach nicht.
Klar, man bekommt vorgesetzt, wie unser aller Lieblings-„Lederhaut“ das Licht der Welt erblickt und wie er von einer fetten Wurstfachverkäuferin auf dem dreckigen Boden einer versiften Fabrikhalle ins Leben geschissen wird. Außerdem wird sich schon sehr bemüht, näher auf die einzelnen Familienmitglieder und ihren Werdegang einzugehen.
Darum, dass es sich bei „TCM – The Beginning“ um einen tumben, seelenlosen Mainstream-Schlitzer mit hohen Teenie-Horror-Einschlägen ohne Pfiff und Herkules handelt, führt aber leider kein Weg vorbei.
Warum ich dieser Ansicht bin? Uh Man, muss ich meine Gründe zum x-ten Mal rauskramen? K, wenn’s denn sein muss:
„TCM“, also das Original von Hooper, war ein dreckiger, fieser Bastard von Film, dessen bedrückende Atmosphäre sich dem Zuschauer wie ein stumpfes Buttermesser in den Magen bohrte und dann kräftig umrührte.
Das Remake und jetzt auch dieses Prequel zum Remake sind beides piekfeine, lupenreine Streifen, die nur auf dreckig, siffig, sick und „drrty“ gestylt sind - …und das merkt man als Kenner nun mal!
Aber sei’s drum:
„TCM – The Beginning“ ist ja kein wirklich schlechter Film. Er unterhält, wirklich spannend ist er zwar nicht, aber die Zeit vergeht schon irgendwie, und auch die Kills fallen recht üppig und… äh, „kettensägig“ aus. Metall, das sich genüsslich in zartes Hippiefleisch reißt, gibt’s hier also vermehrt. Normalo-Guckern wird’s wahrscheinlich die Sprache verschlagen, Kenner werden’s als Pippifax abtun, ich für meinen Teil fand den Gore (zumindest in der Unrated-Fassung) schon ganz okay. Hätte wie immer ruhig mehr sein können und krasser ausfallen dürfen.
Insgesamt hat mir „The Beginnig“ zumindest besser gefallen, als das Remake von `03. Unterm Strich handelt sich’s hierbei aber um nichts weiter als ein ein bisschen besseres „House of Wax“.
Aber drauf geschissen: Leatherface ist einfach der Coolste. Basta!