Terror pur - das war mein Gefühl, nachdem ich TCM: The Beginnen gesehen habe.
Dieser Film ist einfach nur dreckig, bösartig und gewaltvoll und mit übelstem Humor gespickt. War das Nispel-Remake noch weichgespült, so macht TCM: The Beginning vor den Geschmacksgrenzen des Mainstream-Publikums nicht halt. Denn für dieses Publikum ist TCM: The Beginning gemacht. Gut aussehende Schauspieler, schicke Michael-Bay-Optik und ein alles bestimmender Score sprechen dafür. Und trotzdem: Dieser Film unterhält auch Gorehounds.
Das Bild:
Ein tolles schmutziges Setdesign, schöne Lichtführung, wohl temporierte Schnitte und passende Kameraeinstellungen machen diesen Film durchaus zu einem Augenschmaus.
Musik:
Zu Schmausen bekommen auch die Ohren was. Der tolle Score unterstützt die Spannung in nahezu jeder Sekunde. Nur in der Szene, in der Leatherface ein Opfer durch den Wald jagt, hätte ich mir keine Musik gewünscht. Hier spricht das Knattern der Kettensäge für sich.
Story:
Zum Glück sind die Hauptdarsteller nicht die jünsgten Teens, eher Twens, hip gestylt, wohl geformt. Das stopft dann doch die Storylöcher ein wenig, kann aber über die dünne Storyline nicht hinwegtäuschen. Aber die braucht der Film auch nicht. Ein, zwei mehr Verweise auf Leatherface' Entwicklung hätten dem Film nicht geschadet, aber das zu Erzählende zeigt sich in dem Terror in voller Güte. Die Idee des Bruders, der sich nicht traut, seinem
Vietnam-Veteranen-Bruder zu verraten, dass er keine Lust auf Krieg hat,
wirkt hier sehr bemüht. Entweder ganz oder gar nicht.
Figuren:
Scheriff Hoyt und Leatherface sind die Highlights des Films. Beide Darsteller spielen diese Rollen nicht, sie verkörpern sie. Die anderen Figuren - vor allem die Opfer - sind für diese Produktionen typischerweise eher austauschbar.
Torture:
Dieser Film funktioniert nicht wegen seiner harten Gore-Effekte, sondern wegen des Psychoterrors. Wenn Hoyt minutenlang mit einem Stock auf ein Opfer einschlägt, wirkt dies deutlich härter, als wenn das Opfer durch irgendeine uktrablutige Saw-Falle ums Leben gebracht worden wäre. Viele Szenen geschehen auch im Off oder werden durch schnelle Schnitte verhakstückelt. Trotzdem: Die meisten Effekte sind toll anzusehen und verfehlen ihre Wirkung nicht. Wenn Leatherface einem Opfer das Gesicht abzieht, wirkt dies sogar virtuos und fast ein wenig zärtlich. Die anderen Goreszenen sind nicht zu ausufernd und sind gut mit den Psychoterrorszenen abgestimmt.
Fazit:
TCM: The Beginning hat zwar nicht die Innovation des französischen Terrorkinos, kann sich aber von der Einheitskost Hollywoods klar absetzen. Für mich ist er aufgrund seines Psychoterrors einer der besten Terror-Slasher des neuen Jahrtausends. Vor allem dank der Figur Hoyts wird die Ausweglosigkeit und die Ohnmacht der Opfer genial umgesetzt. Und Leatherface wirkt sehr bedrohlich.
8/10