Nachdem „Die unsichtbare Frau“ (1940) bei Kritik und Publikum nicht so gut ankam, änderte man für die nächste Fortsetzung mal wieder die Ausrichtung der Reihe. So baute man hier auch eine Verbindung zum Erstling ein, denn die Hauptfigur ist der Enkel des Erfinders Dr. Jack Griffin. Passend zum laufenden Kriegsgeschehen kam somit zwei Jahre später wieder ein Unsichtbarer zum Einsatz, diesmal als Agent, der nach Nazideutschland geschickt wird, um diverse Informationen zu beschaffen.
Der Humor des Vorgängers wurde zurückgefahren, trotzdem findet man noch entsprechende Szenen in dieser Mischung aus Spionagethriller und eben Komödie wieder. Letztere war der Reihe zwar schon seit dem ersten Teil immanent, zugesagt hat mir diese Herangehensweise nie vollständig. Aber immerhin artet es nicht mehr so aus wie im Teil mit der Dame. Trotzdem wirken die Einlagen aufgrund der Gesamtsituation und der Aufgabe der Hauptfigur wie ein Fremdkörper und hätten gerne ausgelassen werden können.
Jon Hall ist den Umständen entsprechend meist nicht zu sehen und so wirklich abnehmen kann man ihm die Agententätigkeit als Papierhändler nicht. Schluckt man das, stört es aber auch nicht weiter. Ilona Massey als die weibliche Rolle und am Ende natürlich love interest sticht nicht sonderlich heraus, da sind manche Schergen interessanter. Generell ist die Zeichnung dieser nicht wirklich ernst, der herrschende Opportunismus und die Verschlagenheit werden aber szenenweise transportiert. Interessant auch das Namedropping der Nazi-Führungsriege, als ob man dem Kinopublikum noch etwas Wissen mit auf den Weg geben wollte.
Auffällig, auch ob seiner Bekanntheit, ist Peter Lorre als japanischer Baron. Ich schätze seine charismatische Art, als japanischer Baron wirkt er jedoch optisch wenig glaubwürdig. Man denke nur an die „Mr. Moto“-Reihe. Trotzdem ist er rein darstellerisch ein Glanzpunkt.
Die wieder oscarnominierten Effekte sind auch hier gelungen, wenn auch aufgrund des beim Dreh herrschenden Zeitdrucks nicht immer „unsichtbar“. Auch merkt man, dass es sich oft um Variationen schon gesehener Einfällen handelt. Irgendwann ist der Rahmen eben ausgeschöpft. Dafür gibt es mehr Action und ein explosives Finale, das trotz der Kürze ansehnlich geraten ist.
Immerhin lief der Film erfolgreicher als die unsichtbare Vorgängerin und spielte knapp über eine Million Dollar ein. Denn auch wenn die Kritiker nicht begeistert waren, das Publikum nahm die mit Propaganda versetzte Unterhaltung an.
Hierzulande kam er nicht ins Kino, der Agent erfuhr seine Erstausstrahlung erst 1986, wofür der WDR auch wieder eine Synchronisation anfertigen ließ.
Nach dem mediokren Vorgänger ist der Film um den unsichtbaren Agenten wieder interessanter geraten, kann mit etwas Action, einem interessanteren Setting, Peter Lorre und Krachbumm am Ende punkten. Ansonsten bemerkt man, insbesondere tricktechnisch trotz gelungener Ausführung, die Redundanz der Figur und der Humor mag nicht so recht in das eigentlich ernste Szenario passen. Das Ganze hätte als reiner Spionagethriller vielleicht noch besser funktioniert, aber auch so bleibt ein meist unterhaltsamer Film für Freunde des Genres.