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„Ich will Gas geben!" Das sind die häufigste Worte, die der etwas depperte Rennfahrer Ricky Bobby in seiner Kindheit von sich gibt und den Film „Ricky Bobby - König der Rennfahrer" wohl am besten beschreiben: Schnell, etwas eintönig und ziemlich hohl.

Zur Story: Der etwas infantile NASCAR-Rennfahrer Ricky Bobby (Will Ferrell, "Die Hochzeits-Crasher") und sein ebenso leicht debiler Kumpel Cal (John C. Reilly, „Magnolia") sind die Chefs auf der Piste: Beide belegen bei den Autorennen stets die vordersten Plätze. Doch als dann der schwule französische (!) Rennfahrer Girard (Sacha Baron Cohen aka „Ali G.") Ricky herausfordert, ist dieser dem Druck nicht gewachsen und muss erst einmal wieder lernen, was Rennen-Fahren überhaupt bedeutet. Dabei ist sein lange verschollener Vater seine einzige Hoffnung...

Was sich zunächst einmal ziemlich erbaulich anhört, versinkt doch spätestens nach den ersten 10 Minuten gänzlich im Chaos. Die Story, oder besser: die Aneinanderreihung brachialer Debil-Gags, ist hausgemachter Nonsens. Doch das Ensemble tut erst gar nicht so und nimmt sich und den Film nicht allzu ernst, was ja durchaus auch unterhalten kann. Am Ende bleiben das wohl lustigste Tischgebet der Filmgeschichte („Danke, liebes Jesuskind..."), welches zunehmend zu einer theologischen Grundsatzdiskussion ausufert und einige weitere gelungene Gags wie dem lange verschollenen, anarchistischen Drogen-Vater, dem arroganten Franzosen-Snob mit unmöglichem Akzent im Culture Clash oder die verzogenen Bengel von Söhnen. Viele andere Gags dagegen sind schlicht Rohrkrepierer und nerven eher. So etwa das Motto der Helden: "Knack und back". Auf Dauer stellt sich dann auch keine Originalität mehr bei all den ähnlich gelagerten Humor(versuchen) ein. Doch neben dem Humor-Rundumschlag hat „Ricky Bobby" ein paar durchaus spannende Passagen aus den NASCAR-Rennen zu bieten, welche selbst Formel 1-Fans begeistern dürften. Und spätestens die begeistern dann neben den kuriosen Nebenrollen wie Michael Clarke Duncan („The Green Mile") als Chef-Mechaniker auch den Normalzuschauer.

Fazit: Bekloppte, aber kurzweilige Nonsens-Komödie mit teils debilen, teils brachialem Humor. „Ricky Bobby" dürfte das Publikum polarisieren: Die einen werden den Ulk auf das Macho-Gehabe in der Autorennen-Szene zum Sieger küren; Den anderen dürfte der tiefer gelegte Humor irgendwann gehörig auf die Ketten gehen. Ich für meinen Teil fand es jedenfalls über weite Strecken kurzweilig und konnte mehr als einmal herzhaft über diesen Schwachsinn lachen.    

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