Review
von Leimbacher-Mario
Ich geb Gas, ich hab Spaß!
Nach den etwas anderen Stiefbrüdern und der Rocklegende Dewey Cox stand nun Racingraudi Ricky Bobby auf dem Plan - denn wenn man einmal im Flow dieser speziellen, nicht unähnlich aufgebauten Ferrell-C. Reilly-Vehikel ist, dann sollte man diesen Windschatten auch nutzen... „Talladega Nights“ handelt von einem Nascar-Fahrer, dessen Leben, dessen Siege, dessen Niederlagen, dessen Bereifung und Reifung. Und dazwischen müssen ein Vaterkomplex und ein saukomischer Sasha Baron Cohen als Franzosen-Fahrprofi bezwungen werden, um die amerikanische Ehre aufrecht erhalten zu können... Shake & Bake sag ich da nur!!!
„Talladega Nights“ ist thematisch uramerikanisch - aber witzig für alle. Dafür muss man sich nicht mit Racing oder den Staaten auskennen. Schaden, tut das aber natürlich nicht. Erst recht, wenn man über sich selbst, seine Helden und Hobbies, Leidenschaft und etwaige Herkunft lachen kann. C. Reilly und Ferrell zeigen ihre gnadenlose Chemie, Cohen stiehlt die Show, die Rennaction ist (nicht nur für eine Komödie!) richtig gut gelungen und der gewohnt derbe, flache, stupide Humor lässt (ebenfalls wie immer) nichts anbrennen und zwischendurch seine Cleverness und erstaunlich bissige Amerika-Kritik durchblinzeln. Ich würde für Erstgucker den knackigeren Kinocut empfehlen, für Fans des Films den Extended Cut. „Talladega Nights“ ist saugute, schön-blöde Comedy, wie man sie aus den US to the A aus SNL oder anderen Komödien dieser Art kennt. Da weiß eigentlich jeder sofort, ob das bei ihm zieht. Bei mir tut es das. Immer wieder. Egal ob im Musikgeschäft, auf dem Eis oder in der Welt der Nachrichten der 70s. Hier heißt es eben Asphalt, Applebees und „Es kann nur einer siegen!“. Herrlich blau, weiß und rot. Heiß und fettig. Mit ein paar mehr Chameos (Paul Rudd??) hätte ich allerdings fest gerechnet.
Fazit: nicht die beste Ferrell-Comedy, aber vor allem für Benzinjunkies und Racingfans (und selbstironische Amerikaner) ein völlig bescheuertes Fest voller Flachwitze und (sympathischer) Vollidioten. Wer „Walk Hard“, „Step Brothers“ und Co. kennt, weiß, was da angerast kommt. Unaufhaltsam daneben!