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Rennsport ist nicht meins. Stundenlang im Kreis fahren, wer's mag. Unter der Regie von Adam McCay entstand auf diesem Nährboden ein Film, der sich dieses Sports als Aufhänger bedient und allerlei Klischees aneinanderreiht. Der Aufstieg, Fall und die Rückkehr des Rennfahrers Ricky Bobby ist der Plot dieser Parodie auf Sport- bzw. Rennfilme und wenn man sich die Besetzungsliste ansieht, weiß man, was man bekommt.

Will Ferrell, John C. Reilly und Sacha Baron Cohen sind da zu nennen, wobei es von Letzterem ein paar Szenen zu wenig gibt. Der Humor ist dem Personal entsprechend, was ich positiv meine, wenn die Dichte auch etwas höher hätte sein dürfen. Dennoch ist „Talladega Nights“ eine spaßige Verhohnepipelung dieser Art von Geschichten und punktet mit bescheuerten Dialogen, Figuren und Ausführungen. Man darf einfach generell kein Problem damit haben, dass man über die und nicht mit den Figuren lacht. Denn die Fahrer und Leute rund um den NASCAR-Zirkus nicht nur strunzdumm, sie wirken auch alle so, als würden sie Trump wählen (ist das nicht dasselbe? Anm. d. Red). Der von Cohen gespielte französische Fahrer Girard ist natürlich schwul, was für diverse Witze herhalten muss. Homophobie braucht sich der Streifen allerdings nicht vorwerfen lassen, denn es gehört zum Konzept der Bloßstellung der ganzen Szene und diese zieht McKay bis zum Ende durch. Der „Held“ wandelt sich zwar etwas, aber alle bleiben beschränkt und in ihren Möglichkeiten verhaftet. Der amerikanische Traum eben.

Die Rennszenen sind okay, wenn auch nicht übermäßig spektakulär, aber sichtlich um Dynamik bemüht. Inhaltlich arbeitet man sich an den erwartbaren Versatzstücken ab. Bobby wird zum Star, dann geht es abwärts und irgendwie geht es wieder aufwärts. Die Mechanismen des Genres werden abgeklappert, Klischees nimmt McKay gerne mit und liefert neben vielen halbwegs funktionierenden Albernheiten auch einige Treffer für's Zwerchfell. Wobei das, wie immer bei Humor, subjektiv ist.

„Hakuna Matata, bitches!“

Sich an den Konventionen des Genres abarbeitend und diese eben auf den Humor von Ferrell / Reilly anpassend zieht sich Adam McKays „Talladega Nights“ unterhaltsam über seine etwas überdimensionierte Laufzeit. Passend besetzt (inklusive Cohen), ausreichend witzig und albern, man bekommt das Erwartete. Und das ist gar nicht mal negativ gemeint.

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