Noch parallel zu Deep Space Nine versuchten die Produzenten eine weitere Serie zu etablieren, um den Star Trek Hype in den 90ern zu nutzen.
Die Idee mag grundsätzlich gut sein, im Vergleich zu Deep Space Nine auf Mobilität zu setzen und wieder das Szenario auf ein Raumschiff zu versetzen. Prinzipiell einer gute Ausgangssituation, deren Umsetzung an vielen Ecken und Enden krankt.
Wie bei jeder Star Trek Serie kranken oftmals die ersten Staffeln. Das ist bei Voyager nicht anders. Ein ordentlicher Pilotfilm, die Etablierung der zusammengewürfelten Besatzung und die Kazon als "Feinde" klingen auf dem Papier gut. Leider schafft das nicht die Serie. Während DS9 es geschafft hat, in der späteren Staffel eine lange, zusammenhängende Geschichte zu erzählen (natürlich frech vom grandiosen Babylon 5 abgekupfert), gibt es in Voyager nur in Nuancen einen roten Faden - obwohl automatisch durch die lange Heimreise einer vorhanden ist.
Bis auf wenige Ausnahmen sind deshalb die Staffeln 1 und 2 relativ belanglos. Viel zu oft verrutscht Voyager in zuviel Techno(ge)bubbel und haarsträubene Episoden, die dazu einfach aus ohne Zusammenhang kommen. Da mag der erste Zweiteiler bzw. Cliffhanger "Basics" noch sehr nett sein und den Konflikt mit den Kazon auf die Spitze treiben. Der Funke kommt nicht über.
Ab Staffel 3 wird es mit "Future´s end" recht ansprechend, der Cliffhanger "Scorpion" ist sicherlich ein Highligt. Vielleicht wird Voyager ab hier auch besser, weil es sich auf vertrauter Inhalte/Rassen (Borg, Ferengi...) konzentriert. Mit dem neuen Borgkontrahent, Spezies 8472 (oder so ähnlich), schafft es die Serie, einen in Staffel 4 zu fesseln. "one year hell" gehört zu einem der weiteren Higlights, lässt den Zuschauer aber im allgemeinen fragen: Die Voyager wird so oft beschädigt, Munition in Form von wenigen Torpedos wird wie verrückt verschossen und unzählige Shuttles stürzen ab oder sind unbrauchbar - aber trotzdem fällt das nie auf bzw. scheinen Torpedos und Shuttles sowie Reparaturen innerhalb von Stunden/Tagen vergessen zu sein. Hier haben wir auch wieder den fehlenden roten Faden, den man in Voayger fast immer vermisst.
Staffel 5 und 6 werden interessanter, vielleicht auch weil sie die Borg (Unimatrix Zero) öfters charakterisieren. Sicherlich tut auch Seven of nine etwas dazu, wobei sicher die Frage ist, ob ihr Charakter an den höheren Quoten lag oder eher ihr Aussehen. Auch stellt sich hier wieder die Frage: Während die Voyager mit den Borg öfters in Konflikt gerät, aber immer wieder es schafft, zu entkommen oder die Borg zu schlagen bzw. schaden - wieso ist das plötzlich so einfach im Vergleich zu First Contact oder The next generation. Viele Fragen, keine Antworten bzw. Technogeblubber.
Leider besteht Voyager aus vielen Belanglosigkeiten, einigen Highligts, leider keinen würdigen Abschluss. Nette Idee, aber "Endgame" ist ein Finale gespickt mit den üblichen Voyagerkrankheiten - kein roter Faden, Widersprüche. Das macht Voyager zur schwächsten Star Trek-Serie/Spin-off. Ideen gut, aber ambivalente Umsetzung mit vielen Schwächen. Schade.