„Deep Space Nine“, oh ja, an dieser Serie scheiden sich die Star-Trek- und Fernseh-Geister; dabei ist die Serie meiner Meinung nach wirklich nicht schlecht und hat diese teilweise „stiefmütterliche Behandlung“ letztlich eigentlich gar nicht verdient.
„Das Element der Bewegung fehlt, daher ist DS9 kein Star Trek“, mäkelten die einen, „zu düster und zu kriegerisch, das ist nicht Roddenberry“ moserten die anderen. Tja, bei einer Geschichte auf einer stationären Raumbasis kann das Bewegungs-Element sicherlich zurücktreten, wenn es dennoch im Roddenberry’schen Sinn und Universum spielt, denke ich. Roddenberry ging von einer Harmonie unter den Angehörigen der Föderation aus, ohne große zwischenmenschliche Konflikte; doch Menschen bleiben Menschen mit ihren Stärken und Schwächen, das wurde auch in „The Next Generation“ nicht nur einmal angedeutet. Zumal wir bei DS9 interessante und spannende politische Handlungen und Konflikte gezeigt bekommen, die sich eben nicht nur mit der Föderation, sondern auch mit ihren Randproblemen beschäftigen. Und wer die Düsternis anprangert, den verweise ich z.B. auf die ähnlich gearteten, noch von Roddenberry selbst vor seinem Tod konzipierten TNG-Folgen wie „Die schwarze Seele“ oder „Zeitsprung mit Q“. Auch kriegerische Konflikte, in die die Föderation verwickelt werden könnte, wurden bereits in der Classic-Serie (Klingonen, Romulaner), erst recht aber in der „Next Generation“ geäußert (Romulaner, Borg, Cardassianer). Und persönlich denke, DS9 hatte auch zu Anfang viel Potential und interessante Geschichten, richtig spannend wurde das durchhängende Star-Trek-Universum (mal abgesehen von dem Borg-Konflikt im achten Kinofilm „First Contact“) aber erst wieder mit der sich anbahnenden Auseinandersetzung mit dem Dominion (ab Staffel 2/3); daß auch der Alpha-Quadrant schließlich in einen großen, verheerenden Krieg gestürzt wird und die Autoren mehr und mehr den Star Trek –untypischen Gang zu weiteren Handlungsbögen wagten, ist sicherlich ein Nebeneffekt der epischen, superben und erfolgreichen SciFi-Serie „Babylon 5“; nun, DS9 hat dies nicht geschadet. Auch wenn die Auflösungen im Finale leider teilweise etwas enttäuschen, hat der Dominion-Krieg und damit auch DS9 einen epischen, spannenden und nicht zu Unterschätzenden Beitrag zur Star Trek – Mythologie geleistet.