ACHTUNG,ACHTUNG; das Bundesgesundheitsministerium meldet in diesem Review den glücklichen Zuschauern, die diesen Film noch nicht gesehen haben, SPOILER an !!!
Auf dem Fantasyfilmfest 8016 mal angetrailert, im Vorlauf furchtbar gehypt, nun "endlich" im Kino.
"Snakes on a plane".
Ausgehend davon, dass der Film (als er der Öffentlichkeit noch unzugänglich war) eigentlich ganz lustig sein könnte, dumm zwar aber ganz lustig (wegen eben bekannter "Qualitätsmerkmale" wie nette Kills oder bescheurte Charaktere, die immer dann wichtig werden, wenn der "Film" deutliche Mängel in punkto Besetzung oder Drehbuch aufweist).
Nun sah ich diesen "Film" in einer Preview (komme mir sehr wichtig vor gerade) und bin nun gezwungen, mein erstes Review nach langen Jahren der Abwesenheit (schnieeeeeefffffff) zu schreiben.
Denn was dem teuer löhnenden Zuschauer da in letzter Zeit in den mit Popcorn und unterdurchschnittlich begabten Publikum verseuchten Lichspielhäusern geboten wird, ist nicht länger wortlos zu ertragen.
Damit mann (keine Dummheit, Absicht) mich nicht falsch versteht: Es ist nicht alles schlecht.
"Snakes on a plane" fängt gut an.
Mit dieser Einführung könnte auch ein guter Thriller beginnen.
Mann beobachtet Mord, Mörder entdecken ihn, Flucht, Jagd etc..
Spitze. Bis hierhin.
Dann kommt Sam (ich darf ihn so nennen, sonst kommt er und bestraft mich) Jackson.
Und mit seinem Auftritt beginnen die Fragen, üblicherweise nach Logik und Sinn.
Der rettet den armen Zeugen und will ihn per Flugzeug nach L.A. schleppen, um dort eine Zeugenaussage gegen die Mörder zu machen. Und dann kommen die Schlangen...
Soviel zur Story, kennt jeder, weiß jeder, bedarf nicht vieler Worte.
Meine Kritik gegenüber diesem Film besteht nicht in der Sinnlosigkeit der Dialoge, der bescheuerten Handlung (jedenfalls nicht der Absicht gegenüber, den Film absichtlich so zu gestalten), sondern der Art und Weise, in der dieses Vorhaben besonders gegen Ende des Films zelebriert wird.
Jedem Regisseur ist es ein leichtes, nachdem ein Film belächelt wird und die Lücken in Sinn und Logik bemängelt werden, zu sagen, dass der Film ironisch gemeint ist.
Natürlich. Was denn sonst?
Tatsächlich geht der Film weit über die Grenzen einer parodie hinaus, wird am Schluss so agressiv dämlich, dass es mich als Zuschauer ärgert, dass ich das Geld nicht anders investiert habe.
Wenn Konsolenzocker mit langjähriger Super-Mario Erfahrung in der Lage sind Flugzeuge zu fliegen, dann erübrigt sich doch jegliche Ausbildung in allen Berufen. Kann also doch jeder Arbeit haben, er muss nur wollen.
Natürlich ist diese Konsole keine X-Box sondern Playstation 2.
Natürlich. Was denn sonst?
Ich freue mich schon auf "Scary Movie 5", der jetzt schon ein dankbar dummes Schlachtvieh gefunden haben könnte.
Aber "Scary Movie" ist auch ironisch gemeint.
Was denn sonst?
Samuel L. Jackson ist ein Schauspieler, der in der Lage ist, mit seinen beiden Gesichtsausdrücken "Cool charmant" oder "Böse" diese himmelschreiend schlechte Story zu tragen.
Ein Mann seines Formats, der in seiner Vita als einzige Fähigkeit "Coolness" angegeben haben könnte, wird (aber dafür können ja immer nur die Schauspieler selbst) irgendwann für solche Filme in die Filmgeschichte eingehen.
In der Erinnerungs-MAZ auf der Oscar-Verleihung 2030 werden dann Ausschnitte aus seinen Filmen gezeigt, wie er böse guckt und "Fuck the fucking motherfucker!"(hier natürlich mit "Biep" unterlegt, weil konservativ) ruft.
Schluss, Applaus, Vorhang.
Auch der restliche Cast ist dementsprechend talentiert (was aber der "parodistischen" Qualität dieses Streifens keinen Abbruch tut, im Gegenteil).
Klischees werden ins Unendliche getrieben und dermaßen überzogen dargestellt, dass es für mich ziemlich früh den Bereich des Erträglichen verlässt. Kinder,die natürlich nicht sterben, dafür der Hund (Scheißhund!!!). Junges Pärchen, dicke Frau, arrogantes Business-Ekel, blonde Stewardess (Tautologie) und natürlich der Rapstar (auch schwarz, wichtig!).
Dieser illustre Kreis bietet die typischen Verhaltensweisen.
Aber nicht subtil, wie es eine wirklich gute Parodie oder Satire tut, sondern mit der Brechstange, so dass der Rest des Films nur noch unerträglich wird und es völlig egal ist, wer wie stirbt.
Man (diesmal richtig) wartet nur noch darauf, dass der Abspann läuft, denn dann ist man endlich frei.
Fazit
Wer gute Satiren oder Parodien sehen möchte, sollte sich besser umorientieren, denn davon ist "Snakes on a plane" weit entfernt.
Wer gerne Balla-Balla-Filme mag, die außer coolen Typen, krassen Kills (was für Wörter ich kenne, Wahnsinn!) und den üblichen Blümchen-Sexszenen nichts zu bieten haben, der gehe bitte schleunigst in nächste Kino und kaufe sich am besten Karten für drei Vorstellungen nacheinander.
Dummheit kann kein Qualitätsmerkmal sein, wenn man etwas scheiße findet, ist es scheiße und nicht nur deshalb ironisch und unterhaltsam, weil es eben scheiße ist.
Dieser Film ist scheiße, und übrigens auch langweilig, denn das Ende ist so wie es passiert vorraussehbar (wer stirbt, wer nicht etc...).
Einen Punkt (von zehn) für diesen Film, aber nur, weil der Saal angenehm leer war und ich heute gute Laune habe.