Review

Wenn der Name schon Programm ist, ja, der Titel eigentlich schon den Part einer Inhaltsangabe übernehmen könnte, dann hat man es mit ziemlicher Sicherheit mit Kino zu tun, das die Hirnzellen nicht sonderlich beansprucht. So verhält es sich zumindest bei „Snakes on a plane“, einem Streifen, der vor seiner Premiere bereits höhere Wellen geschlagen hat als manch eine Hollywood-Großproduktion.

Und auch wenn der Titel eigentlich schon die gesamte Story erzählt: FBI-Agent Neville Flynn (Samuel L. Jackson) erhält den Auftrag, Sean Jones (Nathan Phillips), der in einem Mordprozess als Zeuge aussagen soll, sicher von Honolulu nach Los Angeles zu geleiten. Was wie ein vermeintlich einfacher Job aussieht, entpuppt sich recht schnell als lebensgefährliche Falle, denn Gangsterboss Eddie Kim (Byron Lawson) hat durch Pheromone angestachelte Schlangen an Bord deponiert, die schon kurz nach dem Start des Flugzeugs ihren tödlichen Job ausführen sollen…

Wo die erste halbe Stunde des B-Movies „Snakes on a plane“ noch leise und langatmig vor sich hindümpelt ohne wirklich Großes für die Entwicklung der Story zu leisten, gewinnt der Film mit einer schon fast obligatorischen Flugzeug-Toiletten-Szene, die in dem ersten – recht amüsanten – Auftritt der fiesen Biester gipfelt, schon erheblich an Fahrt. Nachdem der Film sich nun endlich aus der Umklammerung seiner etwas langwierigen Exposition gelöst hat, kann die Action endlich anfangen! Da wird fleissig gebissen, gewürgt und gefressen, das alles natürlich immer so, wie es einem Film mit solch einem schrägen Titel würdig ist: vollkommen absurd, aber irgendwie faszinierend und fesselnd. Dass dabei nicht alles Gold ist, was glänzt, versteht sich von selbst und zum Verfolgen der Story reicht in der Regel auch schon ein IQ, der sich in Höhe der Zimmertemperatur befindet, aber man muss „Snakes on a plane“ zugestehen: er bietet tolle Unterhaltung!

Samuel L. Jackson wird zwar in seiner Rolle des FBI-Agenten nicht sonderlich gefordert, aber das braucht’s auch gar nicht, um ihn wieder einmal in der Rolle des Ober-Coolen zu sehen, der scheinbar jede noch so ausweglos erscheinende Situation meistern kann. Diese Rolle spielt er herunter, als ob er den Dreh zu „Snakes on a plane“ gerade einmal zwischen Frühstück und Mittagessen eingebaut hätte. Souverän, cool, aber nicht so, dass man Jacksons Leistung als ebenbürtig mit früheren Glanzleistungen wie z.B. in Pulp Fiction bezeichnen kann. Es reicht dennoch, um – neben den zischenden Monstern – das Hauptaugenmerk des Zuschauers auf sich zu lenken.

Okay, „Snakes on a plane“ mag sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen, aber wenn man sich zutraut, auch einmal für 90 Minuten den Kopf auf Standby zu schalten und sich auf sinnlose, aber extrem unterhaltsame B-Movie-Kost einzulassen, dann kann man mit „Snakes on a plane“ jede Menge Spaß haben! 7/10

Details
Ähnliche Filme