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Samuel L. Jackson sieht man öfter in Werken, die jenseits von Quentin Tarantinos anspruchsvollen Kultfilmen stehen - Hauptsache, die Altersvorsorge ist gesichert. Und so verhält es sich auch bei dem waschechten B-Movie "Snakes On A Plane" von "Final Call"-Regisseur David R. Ellis.

Diese schräge Mischung aus Katastrophenfilm á la "Airport" und
Tierhorror im Stil von "Anaconda" ist eine 100 prozentige Trash-Granate, die durch Jacksons Präsenz veredelt wird. Nebenbei wird der Thriller "Narrow Margin" zitiert und dessen Handlung, die in einem Zug spielte, in ein Flugzeug verlegt. Hier wie da geht es darum, daß ein wichtiger Mordzeuge sicher zum Prozeß gegen einen mächtigen Syndikatsboss überstellt werden soll, was unter allen Umständen verhindert werden soll. Und da kommen dann die unzähligen giftigen Reptilien ins Spiel, die dafür sorgen sollen, daß der Zeuge nicht mehr zu seiner Aussage kommen wird.

"Snakes On A Plane" spielt dabei mit den Klischees der beiden Genres und beschert dem Zuschauer einen wahren Horror-Flug - schräge Passagiere mit Neurosen und Turbulenzen inklusive. Samuel L. Jackson als unerschrockener FBI-Agent Neville Flynn ist in bester Spiellaune und cool wie immer und rückt den giftigen Nattern mit Elektroschocks und selbst gebastelten Stichwaffen zu Leibe.

Auch die obligatorische "Sex über den Wolken"-Szene auf der Bord-Toilette darf nicht fehlen, wird aber wie viele andere Klischees derart übertrieben karrikiert, daß man den Streifen nicht ernst nehmen kann, auch wenn er zwischen den vielen absurden Momenten leise Töne anschlägt.

Fun und Entertainment dominieren hier die Handlung, die zudem mit einigen krassen Splatterszenen zusätzlich aufpoliert wird:
 
Da wird einem Passagier versehentlich ein Stiletto-Absatz in die Halsschlagader gerammt, während einer vollbusigen Blondine von den Schlangen direkt in die prallen Hupen und einem anderen Fluggast in den Schniedel gebissen wird. Und zwischendurch werden auch die anderen Gäste ordentlich von den Reptilien angeknabbert und sogar von einer Anaconda in den Würgegriff genommen.

Ja, es geht rund auf diesem Flug und da "Snakes" sich selbst überhaupt nicht ernst nimmt, sollte der Zuschauer auch gleich seine Erwartungen über Bord werfen, denn Anspruch oder Logik sind weder in der First Class noch in der sogenannten "Holzklasse" zu finden.

Allen Zuschauer, die nichts weiter wollen, als sich gut zu unterhalten und zu amüsieren, sind an Bord des Fluges von Honolulu nach Los Angeles bestens aufgehoben.
 
Allen anderen empfehle ich spätestens dann, wenns auf der Bord-Toilette heftig zur Sache geht und der Humor auch nach dem Quickie meistens unterhalb der Gürtellinie angesiedelt ist, nach einen Fallschirm Ausschau zu halten und abzuspringen.

7 von 10 Nattern!

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