Review
von Leimbacher-Mario
Renaissance des (Studio-)B-Movies?!
Schlangen in einem ziemlich vollbesetzten Flugzeug. „Schlangen auf Crack“. Gift und Zischen überall. Ein Kronzeuge gegen einen brutalen Gangster soll um jeden Preis ausgeschaltet werden - und Samuel L. „Mothereffin'“ Jackson ist der Einzige, der das stoppen bzw. ihn heil aus der Sache herausbringen kann. Das ist wofür ihr bezahlt, was ihr wollt, was ihr bekommt. Leider mit deutlich zu oft computeranimierten Schlangen - aber dennoch mit einer ansteckend einfachen Prämisse und guten Laune.
Weit bevor Haie in Wirbelstürme flogen und Riesenschlangen Compton verwüsteten, schlug „Snakes On a Plane“ ziemlich bombig ein in der Trash- oder zumindest B-Movie-Gemeinde. Ohne jetzt unmittelbar den ganz langen Rattenschwanz an Nachahmern hinter sich her zu ziehen, aber dennoch mit klarem Einfluss auf alles, was noch viel, viel billiger und blöder danach oft aus dem Tiertrashhorrorsektor kommen sollte. Respekt allein dafür. Studiomüll mit Humor und Augenzwinkern, dennoch ernst genug heruntergespielt. Hier wird der Katastrophenfilm mit dem Creature Feature gekreuzt, es gibt etliche Schlangenarten von der Cobra bis zu einer Anaconda (!) an Bord, es wird in Hintern, Hunde und Brüste gebissen. Die Einzeiler stimmen, das Tempo ist hoch, die Figuren (außer Jackson) sind weitestgehend egal. Das Musikvideo im Abspann ist mies. Aber „Snakes On a Plane“ ist kurzweilig wie ein Flug von Köln nach Hannover in einem Privatflugzeug mit Fussmassage und Champagner.
Fazit: „Snakes On a Plane“ liefert genau das, was der Titel verspricht. Nicht viel mehr, definitiv nicht weniger. Hat zudem einen solide aufgelegten Sam Jackson. Und macht stumpf und straight Spaß. Manchmal braucht es nicht mehr. Sicher nicht die Wiedergeburt des B-Films - aber eine schöne Reise zurück mit modernen Mitteln. Ein Film, bei dem die Wenigsten abschalten würden.