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Nach dem ernsten „Creep“ begibt sich Christopher Smith mit „Severance“ auf die Pfade des komödiantischen Horrorfilms.
Potentielle Schlachtopfer sind hier keine Teenies, sondern die Mitarbeiter des Waffenkonzerns Palisade Defence, die sich jedoch nicht wesentlich erwachsener benehmen: Steve (Danny Dyer) raucht Joints wie andere Zigaretten, schluckt Pilze und hat auch sonst nur Scheiße im Kopf. Auch sonst gibt das Figurenarsenal nur Stereotypen vom der toughen Frau über den nervigen Schleimer bis hin zum unfähigen Vorgesetzten her, doch „Severance“ betrachtet das Geschehen nicht allzu ernst, sodass dies nicht soweit auffällt.
Aufgrund eines unwilligen Busfahrers muss das Team, das gerade durch Osteuropa tourt, jedoch den Rest des Weges zur Unterbringungsmöglichkeit laufen. Die Hütte entpuppt sich schrottig und schlecht ausgestattet und bald machen wilde Geschichten über durch die Wälder strauchende Kriegesverbrecher die Runde. Allerdings weisen üble Vorzeichen bereits daraufhin, dass an den Geschichten mehr dran ist, als die Teammitglieder glauben wollen.

Dementsprechend tauchen auch noch längerer Einleitung die geistesgestörten Soldaten auf und fangen an Jagd auf die Gruppe zu machen. Der Ausweg aus dem Wald, in dem es natürlich keinen Handyempfang gibt, wird zum Überlebenskampf...
Das Grundgerüst um die ausgeflippten Ex-Soldaten ist ja schon beknackt genug und so ist es auch ein Pluspunkt, dass „Severance“ sich zu keiner Zeit wirklich ernst nimmt. Vor allem in der Anfangsphase kann der Horror aus dem tiefen Tannenwald so einige Lacher verbuchen (Stichwort Bären) und legt auch später einige gute Jokes (vor allem im Bezug auf ein abgetrenntes Bein) hin. Zudem versucht sich „Severance“ in Ironie, wenn z.B. Jill (Claudie Blakley) eine Spinne auf sich herumkrabbeln hat und nicht wie erwartet in Geschrei ausbricht, sondern diese erfreut auf die Hand nimmt.
Doch trotz der Lacher kann „Severance“ nicht verbergen, dass neue oder wirklich originelle Ideen Mangelware sind. Es wird halt gemeuchelt wie in zig anderen Backwoodfilmen, die potentiellen Überlebenden sind nach wenigen Minuten ausgemacht und große Überraschungen hat die Chose nicht zu bieten. Für eine echte Parodie sind die Gags dann auch zu dünn gestreut, der Versuch eines satirischen Finales geht dann auch in die Hose und wirkt aufgesetzt, sodass hier dann doch nicht mehr wird als ein Stimmungsfilm für die große Runde.

Dazu taugt das Ergebnis dann auch ganz gut: Die wenigen Schockeffekte sind nicht wirklich herausragend, sitzen dank lauter Töne aber und dank einer ordentlichen Portion an Blut und Splatter werden die niederen Unterhaltungsinstinkte mehrfach angesprochen. Im Kampf mit den Soldaten werden Körperteile angetrennt, Messer in empfindliche Regionen gestochen und Opfer mit dem Flammenwerfer geröstet; zudem hat Maggie (Laura Harris) im Gegensatz zu anderen Girls aus Horrorfilmen den Nerv sicherzugehen, dass ein Bösewicht auch wirklich tot ist.
Schauspielerisch sollte man vom Ganzen auch nicht viel erwarten, allenfalls Danny Dyer, Laura Harris und Toby Stephens sind geringfügig besser als ihre Kollegen, aber mehr als solider Genredurchschnitt sind die Darstellerleistungen nicht. Auf Fieslingsseite gibt es nichts Interessantes zu vermelden, da die Bösen oft maskiert herumrennen, man sich aber auch nicht für totale Anonymität entscheidet.

Als blutig-lustiges Partyfilmchen taugt „Severance“ schlussendlich dann, für echten Horror ist die Chose aber zu locker, für Funsplatter müsste der Comedyanteil höher sein. Dank derber Jokes und derber FX sicher nett, aber weder originell noch sonst wie herausragend.

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