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Wunderbare Mischung aus Blut, Blödsinn, Drogen und Firmenausflug

Der Rahmen dieses wieder einmal sehr britischen Films wird von den typischen Genrevertretern des modernen Horrorfilms vorgegeben. Ein Trupp hilfloser Menschlein muß sich einer zunächst gesichtslosen Bedrohung erwehren. Und auch der Weg zum Ziel folgt ausgetretenen Pfaden…die Straße ist versperrt ( „Wrong Turn“ ), man muß durch den Wald, weil man abkürzen will ( beliebigern Film bitte hier einsetzen, beispielsweise „Hills have Eyes“ ), und gerade dadurch schlägt das Schicksal hart zu. Soweit im Osten nichts neues, denn genau dort spielt der Film, und wir können lernen, daß man nun auch in Ungarn besser nicht von der Hauptstraße abweichen sollte. Doch das Schöne am Film ist das Zusammenspiel humoriger Momente mit dem blutigen Grauen, in dieser Form am besten noch vergleichbar mit dem ebenfalls sehr britischen „Shaun of the Dead“.

Sieben Mann auf des Toten Kiste…sieben Angestellte des Rüstungskonzerns „Palisades“ auf einem Betriebsausflug nach Ungarn, um dort durch ein Teambuilding – Weekend noch erfolgreicher zu sein. Wer schon einmal an derartigem Unsinn teilgenommen hat, der weiß, wie wenig vergnüglich solche Reisen sind, steht man doch ständig unter Beobachtung. Hier jedoch sind die heimlichen Zuschauer nicht aus der Chefetage, sondern vielmehr vermummte Überbleibsel einer rigiden Ausbildung, Menschen wie Du und ich, denen das Töten einfach ein bißchen zu viel Spaß macht. Zunächst ist der schrecken noch ein stiller, huschende Schatten hier und da, doch am zweiten Tag des Ausflugs schlagen die Mörder zu, mit gut getarnten Fallen und direkten Methoden. Wir wissen, daß nicht alle aus der Bürotruppe überleben werden, eine der ehernen Regeln des Genres, aber selbst beim Töten geht es mit schwarzem Humor zur Sache, und manch einer wächst angesichts der Bedrohung über sich hinaus…eine wunderbare Parabel auf das moderne Geschäftsleben, wo die Konkurrenz den kleinen Schreibtischtäter zu echtem Heldentum anstachelt.

Gerade das heitere Spiel mit der Vermischung aus Firmenirrsinn und blutigem Geschnetzel bekommen wohl nur die Briten so gut hin. Es ist ein Vergnügen, den weithin unbekannten Darstellern zusehen zu dürfen, denn den einen oder anderen Spruch, vor allem hinsichtlich Motivierung des Teams, hat man selber schon hören dürfen – oder müssen. Team, das alte Akronym für „Toll, ein anderer machts“, genau das ist hier zu erleben. Der Blutgehalt stellt dabei den Freund des Genres sicher zufrieden, ein Bein hier, ein Kopf da, doch so ganz ernst nimmt sich der Film nicht. Leider wird die Ursache des Treibens nur unzureichend erläutert, man kann sich anhand einiger Akten oder Mythen am Lagerfeuer sicher eine Erklärung ausdenken, doch die Logik bleibt auf der Strecke. Wenn aber als Ausgleich einfach so versehentlich ein Verkehrsflugzeug dran glauben muß, dann weiß man, es geht um Unterhaltung, auch im Angesicht des Grauens. Eine feine Symbiose ist das, eine kleine Perle – für alle Freunde von „Stromberg“ und „House of Wax“ – 8/10.

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