Eine Gruppe Angestellter eines Rüstungskonzerns unternimmt eine Motivationsreise durch Osteuropa. Als ihr Busfahrer sie nach einem Streit einfach im Wald stehen lässt, führt ihr selbstverliebter Chef sie zur nächsten Waldhütte, die er für das gemietete Luxushaus hält. Leider hat sich hier eine Gruppe psychopathischer, ausgebildeter Ex-Soldaten verschanzt, die es schon bald auf die jungen Leute abgesehen haben.
Regisseur Christopher Smith, der sich mit "Creep" einen Namen im Horror-Genre gemacht hatte und später durch den Mystery-Schocker "Triangle" sein Talent für unkonforme Horrorfilme endgültig unter Beweis stellen sollte, liefert mit "Severance" einen blutigen Splatter-Streifen, der in erster Linie durch rabenschwarzen Humor glänzt.
So erweist sich die erste Hälfte des Films vor allem als giftige Satire über Gruppendynamik und Büro-Hackordnung. Nicht umsonst wurde "Severance" oft mit "Stromberg" verglichen - das überspitzte Figurenarsenal zeigt gewisse Ähnlichkeiten: Da gibt es den selbstverliebten aber im Grunde komplett unfähigen Chef, seinen unselbstbewussten Lakaien, Mitarbeiter, die lieber auf einen Drogentrip gehen, und aufmüpfige Scheusale. Das alles mag als Figurencharakterisierung etwas überzogen sein, um tatsächlich glaubhaft zu wirken, sorgt aber für eine Menge herrlicher Situationskomik.
Überhaupt ist der Humor die größte Stärke des Films. Immer wieder werden die Grundlagen eines Gags gelegt, dessen Pointe erst viel später geerntet wird: Da erklärt der Chef überheblich, dass es in Ungarn keine Bären geben könnte, und fünf Filmminuten später stapft, von der Gruppe unbemerkt, ein riesiger Braunbär durchs Unterholz. Wenn es dann schließlich blutig wird, geht der Humor keinesfalls verloren - er wandelt sich lediglich von fieser Büro-Satire zu tiefschwarzer Komik.
Auf diese Weise umschifft der Film eine ganze Reihe typischer Horrorklischees und spielt zum Teil auch mit ihnen: Wenn eine Frau eine riesige Spinne entdeckt, die auf ihrem Nachthemd herumkriecht, schreit sie nicht panisch auf, sondern entpuppt sich als große Tierfreundin und entlässt sie in die Freiheit. Solche Szenen lassen eine lockere Atmosphäre entstehen, die durch den blutigen Kampf ums Überleben im letzten Drittel des Films konterkariert wird. Zwar gibt es trotz allem einige Klischees - Subjektiven aus der Sicht der Mörder, Warnungen, die in den Wind geschlagen werden, und explodierende Schock-Musik als Hauptmittel der Gruselszenen - dennoch entwickelt der Mix aus bösartigem Humor, düsterer Atmosphäre und grausamen Gewaltszenen mit der Zeit eine Eigendynamik, die diverse kleine Schwächen gelungen zu übermalen vermag.
Insgesamt hat Christopher Smith mit "Severance" also einen blutig-bösen, äußerst witzigen Splatter-Streifen gedreht, der gekonnt mit den Genre-Konventionen spielt und selbst in seinen bösesten Momenten immer noch zum Lachen anregen kann. Für Freunde des blutigen Genres also unbedingt zu empfehlen.