Das Phantom der Oper (1998)
Alles würde die Jungsängerin Christine dafür geben, an Stelle der Diva auf den Brettern der Pariser Oper zu stehen. Sie ahnt nicht, daß sie einen ebenso mächtigen wie unheimlichen Verehrer hat: Das Phantom der Oper macht sich hinter den Kulissen daran, ihr den Weg an die Spitze freizuräumen - und geht dabei buchstäblich über Leichen. Wie in Trance verfällt die Schöne dem gruseligen Phantom, doch ihre geheimnisvolle Leidenschaft ist nur von kurzer Dauer: Rechtschaffene Bürger machen Jagd auf das Monster, und die weitverzweigten Katakomben unter der Oper verwandeln sich in ein grauenvolles Schlachtfeld...
Regisseur „Dario Argento“ der den einen oder anderen bekannt sein dürfte von kleinen Filmperlen wie: Die Neunschwänzige Katze (1971), Suspiria (1977), Tenebrae (1982), Phenomena (1985) und The Mother of Tears (2007) um auch ein Neuwerk zu nennen, steht für atmosphärischen Horror und ziemlich guter Regiearbeit. Horror aus Italien und „Dario Argento“ stehen auf einem Blatt. Ende der 90er entschloss er sich nach „Opera 1987“ dann doch eine eigene Interpretation des Romans von „Gaston Leroux - Das Phantom der Oper“ zu drehen. Il Fantasma dell'opera. Das Ergebnis: Liebesfilm, Drama, Splatter und Komödie in einer Horror Story. Eine Mixtur, die erstaunlicherweise funktioniert. Wirkt nicht überspitzt, was man denken könnte, sondern geht genau so weit, dass es der Story nicht schadet. Etwas skurril, aber von der Regiearbeit definitiv gelungen.
Die Story: Unter dem Opernhaus haust das Phantom, das sich als menschlich und von Ratten aufgezogen entpuppt. Irgendwie funktioniert die Storyline, wobei man hier mehr auf Horror als auf Romantik gesetzt hat. Auch spielt die Pestmaske keine Rolle in dem Film. Kurz um, „Dario Argento“ seine Interpretation funktioniert von der Story…
Die Umsetzung: Diese ist wesentlich interessanter. Il Fantasma dell'opera durchquert gleich mehrere Genres und bindet diese am Ende zu einem Gesamtwerk zusammen. Wie für Italien Horror typisch, spielt der Blutgehalt keine unwichtige Rolle und hier in Form von netten kleinen Splattereinlagen, die sich allesamt sehen lassen können. So dürfte die FSK 18 auch berechtigt sein. Schon recht blutig, wie das Phantom vorgeht. Ein weiteres Element ist die Erotik. Nackte Haut und ästhetische Liebesspiele im passenden Ambiente schauen auch alle gut aus. Romantik, Drama und Liebeseinlagen wie Gesangspassagen passen auch so weit. Etwas komplizierter wird es beim Komödien Anteil. Teilweise erinnerten mich der Spaß und die Abfolge an „Happy Tree Friends“ was natürlich unfreiwillig komisch wirkt. Sicherlich sollten diese Szenen den Film auflockern, doch ob man ihn damit nicht die Ernsthaftigkeit genommen hat, bleibt im Blickwinkel des Betrachters. Persönlich fand man es etwas albern. Sonst ist der Streifen ruhig erzählt, hält den roten Faden und bietet einiges an Atmosphäre und schönen Bildern. Kreativ und technisch ist der Film gut umgesetzt worden.
Schauspielerisch konnte der gesamte Cast überzeugen.
Subjektiv als „Dario Argento“ Freund, fand ich seine Interpretation von „Das Phantom der Oper“ überzeugend. Der Splattergehalt hatte mich positiv überrascht und auch die Effekte konnten mich überzeugen. Der Film hat Spaß gemacht und konnte mich die gesamte Spielzeit über gut unterhalten.
Fazit:
Blutige und italienische Version von „Das Phantom der Oper“. Für „Dario Argento“ Fans Pflichtprogramm!
Bewertung:
7,0 / 1 Punkte.