Wenn man hört, dass Dario Argento Gaston Leroux´s "Phantom der Oper verfilmt, Asia Argento und Julian Sands, der zuvor in vielen Hollywoodfilmen mitwirkte, die Hauprollen spielen und sogar Filmmusiklegende Morricone den Soundtrack schreibt, erwartet man einen erstklassigen Film.
Doch irgendwie gelingt es Regiesseur Argento nicht die Geschichte gelungen umzusetzten. Von den brillanten Kamerafahrten, die man in seinen sonstigen Filmen bewundern kann, ist nicht viel zu sehen und auch Morricone´s Soundtrack ist Meilenweit von dem entfernt, was er in "Spiel mir das Lied vom Tod" oder "Es war einmal in Amerika" geliefert hat. Für "Stendhal Syndrome" hatte er noch einen richtig guten Soundtrack geleistet. Sicher ist auch dieser Film nicht mißerabel gemacht, nur was bei Argento sonst brilant ist, ist bei "Phantom der Oper" nur routiniert.
Auch die Schauspieler können nicht wirklich überzeugen. Julian Sands und Asia Argento spielen noch leich überdurchschnittlich, andere Darsteller wie der Rattenfänger oder die dicke Opernsängerin wirken jedoch schon peinlich. Schade ist zudem, dass "Phantom der Oper" bislang der teuerste Argento ist. Der Film hat auch gute Kostüme und eine prächtige Ausstattung. Dies ist jedoch zuwenig für einen Film. Die kameratechnischen und musikalischen Besonderheiten fehlen einfach. Vielleicht vernachläßigte Argento dies bei "Phantom der Oper", weil er von der Geschichte zu sehr begeistert war.
Fazit:
Der schlechteste Film den Argento je gedreht hat. Zwar noch lange kein komplette Debakel, aber auch nicht mehr als ein spannungarmer, rouziniert inszenierter Kostümfilm, in dem es doch ein paar gelungene Szenen gibt. Schade, dass Argento´s Film trotz der guten Geschichte meilenweit hinter Filmen wie "Profondo Rosso" oder "Suspiria" zurrückbleibt
6/10