Es ist ja im Grunde löblich, wenn Filme gemacht werden, die nicht schon in der Planungsphase eine klare Zielgruppe im Sinn haben. Doch wenn man am Ende dann einen eher durchschnittlichen Film in die Welt gesetzt hat, haftet dem schnell das Etikett an, nur für Fans des Genres geeignet zu sein. Und wenn man die mal am Hals hat, sollte man ihnen auch etwas bieten und sie nicht nur mit Dingen langweilen, die sie schon oft und vermutlich auch noch besser gesehen haben. Hat man aber tatsächlich nichts Neues auf Lager, sollte man wenigstens dazu stehen und sich innerlich darauf einstellen, einen Film gemacht zu haben, der mehrheitlich als „solide“ bezeichnet wird. Versucht man, sich dem zu entziehen, kann das im schlimmsten Fall nämlich nach hinten losgehen.
Aber von Anfang an: Claire ist natürlich eine Schriftstellerin, die hier zur Abwechslung Kinderbücher schreibt, das heißt, tatsächlich scheint sie sich wesentlich mehr mit deren Illustrationen zu beschäftigen. Zumindest legt der Film einen wesentlich größeren Wert darauf, ihre Malutensilien zu präsentieren als ihre Schreibwerkzeuge. Vielleicht wollte aber auch nur der Drehbuchautor eine Erklärung dafür liefern, dass er anstelle eines Skriptes gleich ein mit Wachsmalstiften gezeichnetes Storyboard eingereicht hat. Auf jeden Fall ist Claire also von Albträumen und, natürlich, einer Schreibblockade geplagt, die auch ganz stilecht mit leerer Seite im Textverarbeitungsprogramm und einem Glas Rotwein in Szene gesetzt wird. Natürlich. Man sollte es sich ohnehin angewöhnen, jede Szene mit einer derartigen Blockade als den verzweifelten Versuch des Drehbuchschreibers zu verstehen, mit einer solchen umzugehen.
Um diese Probleme irgendwie zu bewältigen, zieht sie also in ein Haus, das aussieht, als stamme es direkt aus ihren Träumen; wie genau das helfen soll, sei mal dahingestellt. Und kaum ist sie dort angekommen, gehen zur großen Überraschung die übernatürlichen Vorfälle los, flackernde Lichter, sich bewegende oder aus dem Nichts erscheinende Gegenstände, Mädchen in Nachthemden, man kennt das ja alles zu Genüge. Um da nicht ganz alleine dazustehen, holt sie sich Hilfe bei Hunt, der nicht nur (vermutlich selbsternannter) Experte auf dem Gebiet des Paranormalen ist, sondern ganz offensichtlich auch der einzige Mensch im Umkreis von mehreren Kilometern, der nicht weiß ist, und somit eine erstaunlich wörtliche Interpretation des Begriffs „Magical Negro“ in den Film bringt. Dass er sich nur deswegen dazu durchringen kann, ihr zu helfen, weil sein Vater ihm einst sagte, man dürfe nie „ein Mädchen“ im Stich lassen, rundet den Eindruck eines Films daher restlos ab, der nicht nur, was seine Story angeht, vor Klischees nicht zurückschreckt.
Wenn dann am Ende die große Auflösung präsentiert wird, gibt es zwar nicht wirklich viel, was den geneigten Genre-Kenner wirklich überraschen könnte, jedoch wagt sich der Film an ein Thema, das man wohl als heißes Eisen bezeichnen kann. Leider wirft er dabei Fragen auf, die durchaus erörterungswürdig gewesen wären, vor deren Beantwortung er aber konsequent zurückschreckt. Und das ist es dann auch, was man ihm wirklich zum Vorwurf machen kann: Er sucht sich ein kompliziertes und durchaus sperriges Thema, bezieht aber keinerlei Stellung, sondern verheizt es als simples Puzzlestück für seine sonst nicht wirklich innovative Auflösung. Ein derart ernstes Thema hätte mehr verdient, als als banales Plot Device verwurstet zu werden.
Ansonsten bleibt tatsächlich nicht viel zu sagen, außer dass das eigentlich alles wahrhaft „solide“ inszeniert ist.