Review

In „Halloween“ machte ein unmenschlicher Killer ohne erkennbares Motiv Jagd auf die Bewohner einer Kleinstadt. Das war klasse und hat perfekt funktioniert. Das Böse war nicht erklärbar, nicht fassbar, es war einfach da. Ein paar Jahrzehnte später – ein französisch-rumänisches Filmteam dreht „Them“ und mischt Halloweens Motivlosigkeit mit dem Hinterwäldlerterror von „Texas Chainsaw Massacre“ und der Handkamera von „Blair Witch Project“, rührt kräftig durch - vergisst aber die Würze. Dem 2006 erschienenen Horrorthriller fehlt das entscheidende Etwas. Einfach eine in einem kurzen Satz zusammenfassbare Geschichte zu erzählen und einen nur vermeintlich überraschenden Plottwist als Auflösung zu präsentieren, ohne auch nur ansatzweise auf die Beweggründe der Täter einzugehen und deren Charakterisierung einfach auszulassen, funktioniert nämlich erst recht nicht, wenn man auch ansonsten nicht viel zu bieten hat. Weder Kameraarbeit noch Soundtrack oder Darsteller, mit denen das Mitfiebern mitunter nicht ganz leicht fällt, da man sie ebenfalls kaum vorgestellt bekommt und sie sich auch nicht unbedingt immer der Situation angemessen verhalten, treten hier sonderlich hervor. Dadurch ist’s atmosphärisch letztlich nur solide Hausmannskost. Das ist schade, denn die Versatzstücke, aus denen sich „Them“ zusammensetzt, wurden in etlichen anderen Filmen schon sehr viel besser verwurstet. Sicherlich, oftmals ist weniger mehr. Der pseudo-bedeutungsschwangere Verzicht jedweder Erklärung scheint, wenn ich da beispielsweise an einen „The Strangers“ (2007) denke, aber gerade in Mode zu sein und kann nur unzureichend die offensichtliche Ideenlosigkeit der Filmeschaffenden verschleiern. Als halbwegs spannende, kurzweilige Unterhaltung durchaus geeignet, viel hängen bleibt aber nicht. Und inwieweit der Film „auf wahren Begebenheiten“ beruht, sei, wie üblich im Genre, mal dahingestellt...

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