Review

Aufgrund einer mexikanischen Legende (?) haben wir es hier mit einem Frankenstein-Wrestler zu tun, der in einer verödeten Geisterstadt Jagd auf strunzdoofe Teens macht.
Als Satire auf Hulk Hogan und Co hätte das Ganze eventuell funktioniert, doch dem Zuschauer wird nichts anderes als ein lahmer Slasher ohne Humor geboten.

Die potentiellen Opfer sind mal wieder mit dem Van unterwegs, Ziel ist ein Pornodreh an einem mexikanischen Strand.
Leider ist von den Reisenden niemand auch nur in Ansätzen sympathisch. Der Fahrer und „Regisseur“ ist ein selbstverliebter Schmierkerl, der ständig Sprüche unterhalb der Gürtellinie klopft, der dicke Kameramann kennt sich ein wenig mit dem Wrestlingkram aus und dürfte wohl etwas länger überleben, der Besitzer des Vans steht von Anfang bis zum frühzeitigen Ableben unter Drogen, dazu kommen drei Tussen, deren Vorname jeweils mit D beginnt und die außer Arsch in die Kamera halten nicht viel zu bieten haben.

Den schematischen Ablauf kennt man auch: Van macht Zwischenstopp an Usseltankstelle, der Besitzer warnt vor der Geisterstadt, man verfährt sich, der Van ist wegen einer Unachtsamkeit des Fahrers klotten und man betritt die menschenleere Stadt.
Doch bevor der Killer-Wrestler endlich in Aktion tritt, wird auch noch Lesbensoftcore veranstaltet und mitgefilmt.
Trotz der kurzen Laufzeit von knapp 70 Minuten wird eine halbe Stunde schlicht verdaddelt.

Aber auch die Auseinandersetzungen mit dem Wrestler fallen lange Zeit unspektakulär aus. Während die beiden ersten Morde im Off geschehen, lässt der Killer, dessen Körper aus Einzelteilen von drei ermordeten Ringern besteht, es im Verlauf etwas blutiger angehen.
Da wird als Trophäe ein paar mal die Gesichtshaut abgezogen, es gibt eine Metallstange durch den Körper, einen Nagel im Hals und, für mein Empfinden etwas härter, das mehrfache Aufprallen eines Schädels auf Stein, wobei hauptsächlich die Zähne getroffen werden.
Der Blutgehalt geht insoweit okay, letztlich finden sich im Verlauf auch nicht allzu viele Opfer.

Nur spannend und temporeich gestaltet sich das nicht. Der Wrestler schreitet stets in aller Seelenruhe voran, grummelt dabei ein wenig und verzieht das Gesicht unter seiner Maske. Angst bereitet das dem Zuschauer wohl eher nicht.
Zum wirklichen Ringen kommt es auch nicht, allenfalls fliegen Personen an Wand und über Tische. Erst zum Finale kommt etwas Bewegung in die Sache, wenn der/die letzte Flüchtige sich ein wenig zu helfen weiß, flink auf den Beinen ist und auch mal selbst zum Gegenschlag ausholt.
Doch auch die Auflösung vermag nicht glücklich stimmen, zu wenig aufregend gestalten sich die letzten Einstellungen.

Was man dem Streifen am Ende zugute halten kann, sind ein paar brauchbare Kamerafahrten über Wiese und enge Zimmer, sowie pöterfreundliche Blickwinkel zu den knapp bekleideten Girlies, wenn man es denn mag. Die eine oder andere Nachteinstellung der Geisterstadt, eingelegt in Blaufilter, mag auch noch ansprechen, doch der Rest wurde schlicht lieblos heruntergekurbelt.
Da bewirken weder die größtenteils grottigen Darsteller, noch die unauffällige Sounduntermalung einen positiven Effekt.
Insgesamt hätte man sich ein paar satirische Seitenhiebe auf das ganze Wrestlinggehabe gewünscht, doch man findet lediglich einen austauschbaren Killer für einen nahezu vergessenswerten Slasher.
4 von 10

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