Review

Mein größter Respekt (und eben soviel Mitleid) gehört demjenigen, der es schafft dieses Werk in einem Stück anzuschauen. Il mio Nome e Mallory... ist eine ganz saure Gurke, aus dem tiefsten dilettantischen Folterkeller. Regisseur Moroni dürfte bei der Herstellung ganz andere Absichten verfolgt haben, als diesen stumpfsinnigen Supergau zu produzieren. Denn die Kameraarbeit von Mario Vulpiani ist sehenswert und korrespondiert durchaus angenehm mit Roberto Pregadios Soundtrack. Was uns auch schon geradewegs zu den Unzulänglichkeiten dieses Trümmerhaufens führt. Die Sprecher dürften mit einiger Sicherheit keine ausgebildeten Schauspieler sein. Und dieser Film ihr einziger Ausflug in ein Synchronstudio bleiben. Alle samt haben einen Migrationshintergrund und kämpfen sich durch das Dialogbuch, wie ein Dobermann durch den Hasenstall. Übertroffen nur von den unfassbaren Darbietungen der Darsteller. Allen voran Gabriella Giorgelli, der man beim Dreh wohl nicht verraten hatte, dass dies ein Farb- und Tonfilm werden sollte. Sie chargiert, wie der Rest des Cast, als drehte man Shakespeares gezähmte Widerspenstige für Gehör- und Sehbehinderte. Die Handlung ist ein unergründliches Debakel aus Anschlussfehlern und Logiklöchern, durch das der 2,79 m lange Woods spaziert als gelte es einen Tofuburger einem Fleischesser schmackhaft zu machen. Zu allem Überfluss trägt er eine seltsam peinliche Provokation, wo andere eine Frisur haben. Dieses Etwas erinnert allerdings stark an das Wesen aus Alien, welches sich auf John Hurts Gesicht eingenistet hat. Offensichtlich ist das Ding auf Woods Kopf aber unfruchtbar. Weshalb der Film in unserem Land unverständlicher Weise eine FSK 18- Bewertung erhalten hat, weiß wohl nur der katholische Filmdienst. Denn Gewalttätigkeiten oder Blut lässt der Streifen größtenteils vermissen.
Der internationale Alternativtitel, My Name is Mallory...M means Death gefällt mir richtig doll. Leider bedeutet M in diesem Fall Murks. Außerdem bedeutet M auch Magendarmgrippe, Mama ich muss mal, Molygnowkrxrkx, Fingerspitzengefühl und Xanthippe.
Ob mancher gelungener Szene und richtig teuren Sets, wie der Villa Mussolini und den Elios Studios (der Western Stadt), ergeht sich das Ganze, trotz seines relativ späten Entstehungsjahres, zu sehr im Kopieren des sentimentalen Hollywoodkinos eines frühen John Wayne. Somit ist das Werk selbst für Liebhaber des Katastrophenkinos wie mich grenzwertig. Fernando Di Leo Spezi Artemio Antonini (als Block Stone) hat hier die einzige große Rolle seiner Karriere. Er war ein ganz großer und man hätte ihm selbstverständlich mehr gegönnt. Die Firma Great Movies hat das Werk jüngst zusammen mit dem Demofilio Fidani- Schwank Django & Sartana kommen als Double Feature heraus gegeben. Hat man Mio Nome einmal durchgestanden, findet man den danach startenden Fidani doch tatsächlich richtig gut...
Michael Cohlhaas

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