Melissa ist 16 Jahre alt - ein süßes junges Ding, das sich allerdings alleine und missverstanden fühlt und lediglich ihrer besten Freundin anvertrauen kann.
Eines Tages wird sie vom Schul-Schönling Danielle zu einer Pool-Party eingeladen. Ihr Mensch gewordener feuchter Traum scheint endlich in Erfüllung zu gehen und so ist es ihr auch egal, dass Danielle sie immer nur als Opfer seiner Sex-Spielchen ausnutzt. Aber ihre Gefühle für ihn sind stärker als der bedrohliche Gedanke, immer tiefer in einen Strudel aus sexuellen Perversionen zu versinken...
„Brutal, ehrlich und provokant – eine fesselnde Love-Story nach dem italienischen Bestseller, der sich allein in Italien über 1 Mio. mal verkauft hat und in 20 weiteren Sprachen übersetzt wurde.“
So empfiehlt sich vorliegende DVD auf dem Cover-Text und landete vielleicht auch aus diesem Grund zur näheren Sichtung in meinem Player.
Herausgekommen ist letztendlich ein Teenager-Drama, das die Licht- und Schattenseiten des Heranwachsens beleuchtet: Die erste Liebe, Sehnsucht nach Wärme, das erste Mal und der entsprechende Konkurrenzkampf unter Klassenkameradinnen, der wie in dutzenden anderen Filmen auch hier zu der ein oder anderen peinlichen Situation führt. Dass unsere Titelheldin Melissa ihr Sexualleben deutlich intensiver erlebt als andere Mädels ihres Alters führt unweigerlich dazu, dass man sie schnell in die ungeliebte „Nutten-Kategorie“ steckt.
- SPOILER - Aber der Film wäre kein Film wenn diese schier ausweglose Situation, als Melissa immer tiefer in eine Spirale sexueller Grenzerfahrungen eintaucht, in einem angemessenen Happy End landet: Irgendwann wird auch unser Schicksal-geprägtes Gör feststellen, dass man die wahre Liebe nicht immer gleich beim Gruppen-Fellatio im dunklen Verlies findet – SPOILER-ENDE.
Entsprechend dem Erzählstil des Streifens hält Melissa ihre Gefühle und Gedanken immer schön in ihrem Tagebuch fest, dessen Inhalt „Fifty Shades of Grey“ zu einem Muppets-Movie verblassen lässt. In der Darstellung der zahlreichen erotischen Szenen bewegt sich Herr Guadagnino auf europäischem Niveau: In Hochglanz-Bildern werden Erinnerungen an „Emmanuelle“ oder „Billitis“ wahr – viele Appetit-Anreger, man zeigt aber immer nur gerade so viel, wie man muss. Ein Softporno der alten Schule, der an die heimlichen SAT1-Fernsehabenden als Jugendlicher erinnert.
Ich kenne das Buch nicht, insofern gebe ich mich mit der alleinigen Bewertung des Films ab – und der ist gar nicht mal soooo schlecht wie befürchtet, was vor allem an dem jungen Schauspieler-Ensemble liegt, die ihre Sache wirklich gut machen.
Nette Charaktere, Story schon hundert Mal gesehen aber meistens schlechter umgesetzt, kaum Langeweile und ansprechend inszenierte „Skandal-Verfilmung“ – nett anzusehen, alles nett, kein „Muss“ aber ein eindeutiges „Kann man mal sehen“!
6 / 10