Direct-to-Video Filmen haftet ja der Ruf an, minderwertige Produktionen zu sein. Doch hin und wieder schafft es dennoch ein Film genau dieses Vorurteil aus dem Wege zu räumen. Zu diesen wenigen Filmen zählt auch der Backwoodshocker „Rest Stop“.
Story: Nicole und ihr Freund Jesse unternehmen einen Road Trip in Richtung Los Angeles. Doch unterwegs kommt es zu einem kleinen Streit zwischen den beiden. Als Nicole mal pinkeln muss halten sie an einem Rastplatz. Nachdem sie von der Toilette wiederkommt ist Jesse mit dem Auto verschwunden. Zuerst denkt Nicole an einen Scherz, doch dann merkt sie dass er wirklich weg ist. Gestrandet auf dem Rastplatz bricht bald ein blutiger Alptraum auf Nicole herüber. Verursacht von einem unbekannten Mann in einem gelben Truck.
Wir schreiben das Jahr 2004 als ein kleiner Low-Budget Schocker namens „Saw“ in die Kinos kam und einen phänomenalen Erfolg feierte und eine neue Welle lostrat: Die Rückkehr des harten Horrorfilmes oder den Hardcore-Horror, wie es von einigen genannt wird. Plötzlichen waren Folter, Sadismus und ausgewalzte Grausamkeiten wieder auf der Leinwand präsent. Keine bösen kleinen Mädchen mit langen, schwarzen Haaren mehr die auf die Horrorfans losgelassen werden. Nein, die Filme orientieren sich wieder mehr an die Splatterfilme aus den guten alten 70ern und 80ern. In genau diese Kerbe schlägt auch die neuste Direct-to-Video Produktion „Rest Stop“.
„Rest Stop“ erscheint als erste Produktion aus Warners „Raw Feed“ Reihe, welche eine Plattform für aufwendig produzierte Genrefilme darstellen soll. In bester Backwood Tradition inszenierte „Akte X“ Veteran John Shiban den kleinen Schocker. Ein unheimlicher Killer, eine abgelegene Gegend, eine verrückte Familie. Zwar bedient sich der Film bei jedem Klischee des Genres, dennoch schafft es Shiban einen wirklich Sauspannenden Filmcocktail daraus zu mixen. Klar, die Story ist nicht wirklich innovativ und logisch ist sie schon gar nicht. Aber egal. Der Film macht einfach spaß und lässt zu keinem Moment auch nur einen Funken Langeweile aufkommen. Der Hauptschauplatz ist klasse: Eine versiffte Rastplatztoilette. Eklig, aber effektiv.
A Film too shocking for Theaters
Diese Tagline schlägt einem im Trailer entgegen. Vielleicht ein wenig übertrieben, aber für Gorehounds hat der Film einiges zu bieten und so darf der Film in der Unrated Version richtig rummatschen und das Blut darf genüsslich in Massen über den Bildschirm spitzen. Eine abgeschnittene Zunge, ein abgebissener Finger, ein extrem heftiger Headshot und einige harte Folterszenen in denen auch ein Bohrer („Hostel“ lässt grüßen) zum Einsatz kommen darf. Die FSK wird auf jeden Fall ihre Freude an „Rest Stop“ haben.
Von dem Cast ist einzig Hauptdarstellerin Jaimie Alexander erwähnenswert. Aus dem Grund dass sie allein den kompletten Film trägt und die anderen Figuren zu wenig Screentime haben. Die Frau ist einfach nur der Wahnsinn und leistet eine hervorragende Performance. Darüber hinaus sieht sie einfach zum anbeißen aus und hat mich regelrecht wuschig gemacht. Ein Traum von einer Frau. Zur Freude darf man ihre Titten auch in einer kleinen Sexszene zu Anfang bewundern. Wobei einige Internetseiten von einem Bodydouble sprechen. Wie dem auch sein, Jaimie Alexander ist der Hit.
Was soll man noch groß sagen. Wem „Wolf Creek“ zu lange zurückliegt und wer die Zeit bis zu „The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ sinnvoll überbrücken will, sollte zu diesem Film greifen. Endlich mal eine Direct-to-Video Produktion welche sich dem schlechten Ruf solcher Filme entgegenstellt. Angucken!