Review

Dass "Rest Stop" überdeutlich auf der aktuellen Terror- und Folterwelle mitzuschwimmen versucht, kann man dem Film nicht zum Vorwurf machen, da der Genrefan gelunge Beiträge aus der Horrorküche immer wieder gerne sieht, auch wenn sie nicht das Rad neu erfinden. Dass der Film fast ausschließlich in einer öffentlichen WC-Anlage bzw. in deren direktem Umfeld spielt, mag auch  im Budget begründet sein - die RAW FEED Reihe, der der Film entsprungen ist, zielt auf den Heimkinomarkt und ist daher nicht mit großen Kinoproduktionen zu vergleichen - ein Kriterium für die Qualität des Filmes ist es mitnichten - ganz im Gegenteil, es gibt ja eine Reihe überaus gelungene Beispiele, in denen Filme einen begrenzten Raum für klaustrophobisch-intensive Kammerspiele nutzen. Doch zu denen gehört Rest Stop leider nicht. Denn was man dem Film  vorhalten muss, ist seine unglaubliche Dummheit, die ihre Wurzeln bereits im Drehbuch hat, in der Inszenierung dann aber letztendlich auf die Spitze getrieben wird. Das selbst für Horrorfilme dieser Art völlig unglaubwürdige Verhalten der Protagonisten, das willkürliche Klauen und Zusammenmanschen bekannter Zutaten ohne einen Funken Originalität, Schauspielerleistungen auf Porno-Niveau und die völlige Abwesenheit von Spannung bis hin zum grotesk unspektakulären Finale sind schlichtweg eine Beleidigung für jeden Zuschauer. Würde sich Rest Stop nicht so ernst nehmen, könnte man darüber lachen, so aber kann man letztendlich nur der verlorenen Zeit nachweinen. Dass in diesem Fall Hopfen und Malz verloren  sind, zeigen auch die Extras der DVD. Mit insgesamt 3 alternativen Enden, die jeweils noch einmal 2 Varianten bieten, wartet die DVD auf und - man mag es kaum glauben - eines ist schlechter und einfallsloser als das andere. Der Erfolg des Filmes bleibt daher eigentlich unverständlich, aber neben dem gelungenen Artwork hat in Deutschland vielleicht  das Fehlen der wenigen Gewaltspitzen für ein gewisses Interesse in Fankreisen gesorgt. Es lohnt sich halt doch manchmal, auf einer Welle mitzureiten, selbst wenn man eigentlich gar nicht schwimmen kann.
Der zweite Teil ist im übrigen nur minimal besser: sowohl technisch als auch im Hinblick auf seinen allgemeinen Unterhaltungswert wird ein wenig mehr geboten - aber letztendlich ist auch Rest Stop: Don't look back ein äußert dummer Film. Sein Publikum wird er trotzdem finden, spätestens, wenn es wieder Probleme mit der Freigabe gibt...

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