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Zwei Hobbyangler wollen einen abgelegenen Weiher auskundschaften. Als sie einen menschlichen Kopf aus dem Gewässer fischen, fängt die Gegend allerdings an, ihnen ungeheuer zu werden. Erst als sie sich auf der Folterbank eines grausig entstellten Killers und dessen wahnsinniger Mutter wieder finden, fällt der Groschen: der Angelturn ist im Eimer…

BLUTRAUSCH ist ein rabenschwarzer Hinterwäldler-Horror, eine Art Splatter-Slasher und ein wilder Mix aus „Muttertag“, „TCM“ und „Freitag, der 13.“, ein stummer Killer, der wie Jason in Teil 2 mit Lainensack und Mülltüte maskiert zu Potte kommt, inklusive.
BLUTRAUSCH – das ist außerdem deutscher Amateursplatter at ist best. Kettensägen, Kehlenschnitte, penibel deutlich dargestellte Enthauptungen und Ausweidungen, Close Up’s von sprudelnden Wunden und literweise Blut sind freilich auch mit am Start.
Der Bezeichnung „Amateurfilm“ wird der Streifen allerdings nur in Punkto Darsteller, Kamera und Sets gerecht, der Splatter im Gegensatz ist nämlich (für Amateurverhältnisse!) absolut erste Sahne und fast schon auf Ittenbach-Niveau. Ein paar lose Köppe sind zwar immer noch eindeutig als Runkelrüben zu entlarven, die Gewaltakte im Stich- und Schlitzbereich sind aber echt saugut gemacht. In Bremen – das die Herkunft von Regisseur Stefan Svahn – weiß man anscheinend nicht nur, wie man Fische ausnimmt…

Addiert man nun noch wirklich gelungenes Sicko-Feeling, einen stimmigen Score und einen auch einigermaßen geglückten düsteren Grundton hinzu, so ergibt das unterm Strich einen Splatterschinken, der mit folgendem Motto bei Laune hält:
Schauspieler – zum Wiehern schlecht, Splatter – so hammermäßig krass, dass einem das Wasser im Mund zusammen läuft.
Der richtige Mix für ein gelungenes Schlachtfest also. Inszenatorisch hätte man gewiss ein paar Sachen besser machen können und über eins-zwei Längen kann der Streifen auch nicht hinwegtäuschen, das Endprodukt dürfte aber gewiss jeden Gorehound zum Schnurren bringen.

Fazit:
Der Ittenbach des Nordens ist geboren: Krank, dreckig, düster und vor allem verfickt brutal!
Etwas Käse und eine kleine Prise ungewollter Humor runden den „Bad Taste“ mit der d/herben Note schön ab, also nicht wundern, wenn man nach Genuss plötzlich noch Appetit auf Matjesbrötchen mit Blutwurst hat.
Geiler Scheiß, Alda, geiler Scheiß…

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