Wenn sich deutsche Amateurfilmer im Verlauf ihrer Karriere verschlechtern und irgendwann bei einer Koproduktion mit Jochen Taubert landen, könnte dies das Aus der Laufbahn bedeuten. Dabei war es um vorliegendes Projekt von Stefan Svahn gar nicht so schlecht bestellt.
Um die simple Story muss natürlich nicht viel Wind gemacht werden, denn irgendwo in der Walachei im nördlichen Bereich Niedersachsens geht ein Kapuzenmann um, dem die Hobbyangler Jan und Fedele ins Netz gehen…
Stefan Svahn ist hier der Mann für alles, - er führte Regie, schrieb das Drehbuch, übernahm Kamera und Spezialeffekte und ist nebenher als Nachrichtensprecher bei „RTL III“ zu sehen, was schon mal einen netten Seitenhieb auf etwas zu viele Fernsehsender markiert.
Storytechnisch beschränkt sich die Handlung indes aufs friesische Kettensägenmassaker.
Spannung kommt bei alledem zwar nie auf, doch zuweilen erzeugt das Treiben freudigen Trash. Etwa durch die wenig zutreffende Nachvertonung, bei der Frösche am See mal munter quaken, um nach einer Minute Totenstille erneut einen Chor anzustimmen. Von der Eule hatte Svahn offenbar auch nur ein Sample zur Verfügung, während einige Dialoge so herrlich abgelesen klingen, als würde jemand erstmalig einen Anrufbeantworterspruch aufsagen.
Den Running Gag mit einem spurlos verschwundenen Gordon Shumway durchschauen 80er-Kids alf jeden Fall und wenn man schon mit einer Rückblende arbeitet, sollten die Filmstreifen nicht zu digital anmuten. Ansonsten wird immerhin ein wenig gesplattert, was für die Zeit von 2006 angenehm handgemacht und weitgehend überzeugend aussieht.
Da werden Köpfe abgetrennt und tiefe Stiche gesetzt, besonders gelungen sehen ein Kehlenschnitt und eine tiefe Bauchwunde aus und bei alledem ist es schon fast ärgerlich, dass die Kellerszenerien zu schwach ausgeleuchtet sind, denn hinter den Spezialeffekten muss sich Svahn wahrlich nicht verstecken. Selbst ein im See treibender Kopf ist noch halbwegs glaubwürdig ausgefallen und auch einige präparierte Leichen wissen zu überzeugen.
Damit ist es natürlich spätestens vorbei als die Polizei involviert ist. Ein Revier lässt sich zwar mit großer Landkarte im Hintergrund und Fokus auf Typ mit Polizeimütze am Telefon realisieren, doch als ein paar Cops am vermeintlichen Tatort herumlaufen, häufen sich beamtliche Brüller im Sekundentakt. Das Finale fällt immerhin einigermaßen abwechslungsreich aus und eine gewisse Konsequenz ist definitiv auf der Habenseite zu verbuchen.
Dass der Score prinzipiell nur aus einem Flickenteppich besteht und kein Hauptthema einbindet, ist weniger tragisch. Schade ist allerdings, nicht die Kulisse vom Teufelsmoor effektiv einzubinden, wenn man denn schon im Großraum Osterholz unterwegs ist. Stattdessen gibt es etwas zuviel Tropfkeller, einen nicht allzu markanten Killer und absolut keinen Erotikpunkt. Taugliche Mimen, eine versierte Kamera, ansehnliche Splattereinlagen und ein passables Timing machen dies jedoch einigermaßen wett.
5,5 von 10