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Nachdem es Sheriff Berger endlich gelungen ist, den lang gesuchten Serienkiller Chambers zu schnappen, landet dieser bald auf dem elektrischen Stuhl. Dort wird er im Beisein einiger Zeugen gegrillt, und offiziell für Tod erklärt. Niemand weiß, dass Chambers dämonischer Geist aber unsterblich, und er nun auf der Suche nach einem neuen Wirts-Körper ist.

Zu Beginn gabs bei mir erst mal einen Riesenschreck. Das Mädel, das später mal die Heldin werden soll, steht auf einer Brücke  und überlegt den freien Fall. Schreck deswegen, weil die Aufnahme nach extrem billigen Equipment aussieht, wie es Leute wie Taubert verwenden. Zum Glück ist das die einzige echte Außenaufnahme, die wohl mit billiger Digicam aufgenommen, indoor wirkt alles deutlich professioneller.
Der Großteil der Story spielt dann wenigstens atmosphärisch vorteilhaft in einer ehemaligen geschlossenen Anstalt, die zu einem Krankenhaus umfunktioniert wurde. Hier darf der auf dem elektrischen Stuhl getoastete Serienkiller nicht nur wieder aufwachen und ordentlich Ballyhoo veranstalten. Aus irgendeinem Grund (das Drehbuch ist nicht nur hier sehr unpräzise und vage) braucht er den Körper des jungen Mädels, Sara heißt sie, um weiterleben zu können.
Bis dahin muß er sich aber erst mal um die sehr überschaubare Ärzte- und Patientenschaft metzeln, um dann in den ewig gleichen Gängen alle bis auf Sara und ihren neuen Kumpel zu erlegen. Durch die sterile Umgebung, der ausgefallenen Beleuchtung und dem obligatorischen Gewitter entsteht nach der eher zähen ersten Halbzeit immerhin so etwas wie Atmosphäre. Atemlose Spannung ist zwar sich was anderes, aber für eine kleine Produktion wie hier immerhin lobenswert.
Abstriche muß man bei den Darstellern machen, die wohl allesamt aus der Welt der kanadischen TV-Serien stammen. Wirklich schlecht ist zwar keiner, aber man kollektiv den Stempel Durchschnitt drauf pappen. Ausnahme ist natürlich Robert "Freddy Krueger" Englund, den kennt man zwar, aber seine Leistung ist auch nicht wirklich dolle. Seine schiere Präsenz muß da schon ausreichen, nach einer guten halben Stund erwischt ihn aber schon der Killer, Heartstopper dürfte wohl ein reiner Auftritt zum Dollarmachen gewesen sein.
Immerhin kann der Film in Sachen Härte punkten und gewinnt immerhin die Meisterschaft in der Kategorie meiste rausgezupfte Herzen ohne ambulante Betäubung in einem Film. Die Effekte sind recht ordentlich gemacht. Als Fan der Gorekategorie sollte man aber unbedingt die FSK 16 Version meiden, da scheint mal wieder fast alles raugeschnitten zu sein, weswegen man sich einen Streifen wie diesen gemeinhin anschaut.
Fazit: In 80 Minuten von suizidärer Außenseiterin zur Salzsäure herstellenden Amazone bietet Heartstopper. Erzählerisch hat er wenig zu bieten und auch das religiöse Gefasel des Killers nervt mit der Zeit gewaltig. Sobald sich dieser durch die Zimmer hobelt, wirds aber ganz interessant, ohne aber zu glänzen. Reicht aber gerade mal knapp zum Mittelmaß.
4,5/10

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