Willkommen in der Twilight-Zone! In diesem Fall dem dunklen Ort an den sich die ureigenste Form des amerikanischen Films, der Western, Ende der Sechziger Jahre zurückgezogen hatte. Durch die beiden Dollar-Filme von Sergio Leone, Django und Konsorten sowie dem im gleichen Jahr produzierten "Spiel mir das Lied vom Tod" stand der klassische US-Western vor dem absoluten Aus. Die alten, zugegeben schon ziemlich ausgelutschten, Standardthemen lockten damals keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor und Hollywood machte sich deshalb halbherzig auf, dem Western neue Jagdgründe zu erschliessen...
In einer kleinen Stadt findet eines abends ein Pokerspiel statt. Ein Spieler betrügt. Klar, daß für den armen, dummen Betrüger einmal lynchen im Drehbuch steht. So kommt es auch. Einer der Spieler (Dean Martin) will zwar noch eingreifen, doch er wird an der Rettung des Trottels gehindert. Kurz darauf verläßt er die Stadt und plötzlich taucht ein Priester (Robert Mitchum) auf und einer nach dem anderen der am damaligen Poker-Spiel beteiligten gibt den Löffel ab. Irgendwann kommt Dino zurück und der Kampf gegen den unbekannten Killer beginnt.
Soviel zur Story, die eigentlich handlungstechnisch absolut ohne irgendwelche nennenswerten Überraschungen auskommt. Interessant ist der Streifen eigentlich bloß weil es sich hier um eine Art Western-/Krimi-Hybriden ohne wirkliche Zündung handelt. Also ein filmhistorisches Zeugnis einer Zeit in der die amerikanische Sicht der Filmgattung des Western durch die Europäer (Italiener) in ihren Grundfesten erschüttert war und orientierungslos irgendwie nach neuen Möglichkeiten suchte die alten Klischees zu verlassen, neue Themen zu finden und natürlich auch Zuschauer in die Kinos zu locken.
Eine dieser Möglichkeiten schien "Todfeinde" zu sein. Mit Dean Martin und Robert Mitchum prominent besetzt und durch den Routiner Henry Hathaway inszeniert sollte der Film wohl den Spagat zwischen klassischem Western und den Anforderungen der neuen Zeit erfüllen. Dies gelingt auch teilweise, die Darsteller sind bekannt aus diversen Western-Klassikern, die Regie ebenfalls, einzig die Story krankt an nicht funktionierenden Überraschungselementen. Die Idee aus dem simplem Plot eine Art "Who-Dun-It" zu machen ist ja aller Ehren wert, aber auf so eine plumpe und vorhersehbare Art hätte es dann doch nicht sein müssen.
Fazit: Gut besetzter Film, handwerklich absolut auf der Höhe der damaligen Zeit, aber leider zu vorhersehbar um wirklich gut zu unterhalten. Für dieses Ergebnis sind die beiden Hauptdarsteller eigentlich glatt verschenkt!