Review

Obercooler Gangstershit mit zwingend toughen Dialogen und einem potthässlichen John Travolta. Tarantinotypisch muss das ganze auch wieder gefühlte 250 Minuten laufen, aufgebläht mit dermaßen selbstverliebten Dialogen die alles andere als gewitzt und clever wirken und (in der englischen Sprachfassung) sovielen "FUCKS" das sogar der gute Pacino aus Scarface neidisch wäre. Das man die paar Kurzgeschichten innerhalb einer Stunde hätte erzählen können mal davon ab.

Als man im Prolog die wiederliche "Honey Bunny" und den schmierigen "Pumpkin" kennenlernt (kennenlernen muss!) weiss man bereits wie der Hase läuft: Endloses Coolgetue und nichtssagendes Geseiere, so endlos gestreckt das einem müde beim zusehen wird. Dabei beschlich mich ständig das Gefühl der Regisseur würde sich hinter der Kamera über die gesamte Laufzeit auf die Schulter klopfen ob der geistigen Ergüsse die hier abgelassen werden, und auf einem Regenbogen aus Rubin, Topas, Smaragd und Saphir mit dem Oscar in der Hand abmarschieren.

Hier wird vielleicht noch nicht so viel geklaut... tschuldigung, zitiert (Tarantino klaut nicht er zitiert ja nur!) wie in seinen späteren Werken, trotzdem wirken die Episoden wie aus anderen Filmen dieser Art billig zusammengepuzzelt. Die Redseligkeit wäre an sich auch nicht so schlimm, würde mal was interessantes dabei rauskommen. Aber leider sucht man sich vollkommen willkürlich irgendein Thema heraus wie z.B. Hamburger und deren Bezeichnung in anderen Ländern, und quatscht dieses dann dermaßen hohl zu Tode, weil harte Gangster das ja eben so machen. Da kann sich noch jeder selbsternannte Cineast einen auf diese Episoden-Schmonzette abschütteln, ich war froh als der Mist endlich vorbei war.

Was noch einigermaßen funktioniert ist die Episode in der Willis und Rhames im Sado-Maso Schuppen von drei Freaks genötigt werden, würde diese etwas konkreter und fixer zu Potte kommen und hätte man das alberne Liebesgequake zu Beginn um den "Kugelbauch" stark reduziert. Besonders wiederlich die Endszene in der Samuel L. Jackson minutenlang geschwollenen Scheiß über Gott & die Welt herausblökt um den armen, fehlgeleiteten Tim Roth auf den rechten Pfad zu bringen. Ist mit scheissegal ob das sarkastisch, ironisch oder sonstewie gemeint war, es nervte einfach und es wirkte als würde Tarantino mit Priestertracht und Bibel im Hintergrund stehen um Jackson gut zuzureden.

Muss da eine Zweitsichtung her um dem verkannten Genie dieses Filmes doch noch etwas abzugewinnen, um die Philosophie des ermüdenden Geschwafels zu erkennen oder sich sonstwie irgendeinen Scheiß schön zu reden? Nee danke, nicht für mich.

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