Mit „Hell’s Resident“ liegt der sechste und letzte Teil der spanischen Horroranthologie vor und mit Jaume Balaguero hatte in diesem Fall wieder mal ein namhafter Regisseur (The Nameless, Darkness, Fragile) das Ruder in der Hand.
Das merkt man auch recht schnell in diesen knappen 70 Minuten, denn hier geht es relativ schnell und ziemlich bedrückend zur Sache.
Die Story ist dementsprechend simpel, ein Ehepaar gerät auf der Suche nach einer neuen Wohnung an eine durchgeknallte „Vermieterin“ in einem baufälligen Hauskomplex irgendwo im sozialen Nirgendwo einer Großstadt und sieht sich den Bemühungen der Irren ausgesetzt, das Haus wieder mit „Leben“ zu füllen.
Balaguero setzt auf Atmosphäre und deswegen wird hier auch nicht lange rumgezimpert, sondern es geht directemang ins bizarre Szenario, ein von Dauerregen und Blitzen umzucktes Haus, dessen Verfall an allen Ecken und Enden grüßt und in dessen Wohnungen die „Mieter“ tot oder auf länger fixiert dahinvegetieren.
Das ist unheimlich und bedrückend galore und alles konzentriert sich schon bald auf die Bemühungen der Ehefrau, aus dem Gefängnis zu entkommen und andere Mitbewohner zu befreien – allerdings muß ja nicht jeder, der sich dort aufhält, auch unfreiwillig dort sein…
Natürlich hat die Story eine ganz böse Pointe, die ich hier mal nur vorsichtig anschneiden will, auf jeden Fall erhöht der Regisseur den Druck auf den Zuschauer kontinuierlich, bis dieser fast platzt ob des Wunsches nach Rache für die Gequälten.
Leider bringt die gute/böse Stunde nicht die erforderliche Erleichterung, denn so großartig die Regie wirkt, so formelhaft wird zunehmend das Skript.
Da wäre einmal die Durchgeknallte zu nennen, die im Laufe der Handlung tatsächlich so einiges abbekommt, was in anderen Filmen für einen soliden Abgang reicht, hier aber offenbar locker weggesteckt wird und dann schlägt der Plot die üblichen und nicht gern gesehenen Haken, um die Handlung auch ja weiter im Haus zu belassen. Erst fehlt ein Schlüssel, dann gebrichts an der Menschlichkeit, anstatt aus der Hölle zu fliehen und die Behörden zu informieren und schlussendlich, als frau in zweifacher Ausführung mit Küchenmessern sich dem Gegner erwehren soll, gerät das alles zum hysterischen Jaulanfall, so dass es auch ja ein böses Ende gibt.
Hier hat der gute Wille nun wirklich Grenzen, außer man steht auf diese bemühten Wendungen und verzichtet dankend durch so was auf Happy Ends.
Formal ist das aber neben dem ersten Beitrag der wirksamste Film der Reihe und wird auch seinem Titel gerecht: Geschichten, die einen nicht schlafen lassen. (7/10)