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Der reiche, exzentrische Okkultist Professor Morlant ist ein Anhänger altägyptischer Totenkulte. Sein düsteres Landhaus ist vollgestopft mit ägyptischen Artefakten, in seinem Schlafzimmer steht eine Riesenstatue des Totengottes Anubis, und er besitzt einen kostbaren magischen Edelstein, genannt "Das ewige Licht". Wer mit diesem Stein begraben wird, so glaubt er, dessen Seele wird von Anubis persönlich in Empfang genommen und ins ewige Leben geleitet.

Nach jahrelangem exzessiven Studium von John Sinclair Heften zur Jugendzeit, bin ich immer davon ausgegangen, das Ghoule Untote sind die in Gängen unter Friedhöfen leben und sich vom Fleisch der Leichen ernähren. Hier versteht sich Karloff allerdings lediglich als Wiedergänger, der zwar von den Toten aufersteht, aber nur um das Juwel einer Anubis Statue in die Pranke zu drücken, um dann seinen Seelenfrieden zu erlangen und endgültig dahin zu scheiden. Irgendwie sinnlos das Untotendasein in dieser Form, finde ich.
So ganz klar ist mir auch die Ausrichtung der ganzen Geschichte nicht. Horror findet beispielsweise nur in den letzten 20 Minuten statt, bis dahin verschwindet der titelgebende Ghoul Karloff mal eben für 40 Minuten aus der Handlung. Dort wird dann sehr dialoglastig sein Neffe und dessen Cousine in eine Kriminalgeschichte involviert und deren völlig enervierende Freundin, soll wohl so etwas wie Comedy symbolisieren und von einer Ohnmacht in die nächste fällt. Das Script wirkt jedenfalls reichlich unausgegoren.
Sowas wie Blood and Gore gabs 1933 natürlich auch nicht. Karloff hat eine große Szene in der er sich ein Pentagramm in die Brust ritzt, aber sonst bleibt der rote Lebenssaft in den Venen der Beteiligten. Der Bodycount beläuft sich auf satte eine Person, denn im Grunde ist der Ghoul hier keine böse Gestalt, sondern will lediglich seine geliebten Familienprezisionen wiederhaben und ist sonst wohl ein netter Kerl, denn ansonsten läßt er 1a Mordchancen aus.
Wirklich langweilen tut Ghoul zwar nicht, aber von so etwas wie einem Klassiker zu sprechen, halte ich für übertrieben. Es gibt einfach zu wenig Monster fürs Eintrittsgeld, während die Murder Crime Füllsuppe einfach zu viel Raum einnimmt (wer ist denn groß auf dem Cover, der Professor oder die Erbenbande?)
5/10

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