Irgendwo zwischen verschwommener Realität, seltsamen Albträumen und einer ziemlich konfusen Zusammensetzung dessen befindet sich „Dark Corners“. Ansatzweise sicherlich schon mal nicht schlecht, bleibt er jedoch im Endeffekt weiter hinter seinen großen Vorbildern, die zweifellos in vielen Momenten die Vorlage bildeten, zuzrück.
Die Story an sich mag ja unter Umständen ganz interessant sein, wenn auch schon zigmal da gewesen. Ähnlich wie Lynch´s Meisterwerk „Lost Highway“ endet der Film dort wo er beginnt. Ist aber auch die einzige parallele zu diesem wahren Meisterwerk. Nicht nur für Susan (Thora Birch) wird es mehr und mehr zur Herausforderung zwischen Realität und Traum (oder doch andersrum?) zu unterscheiden. Recht viel anders dürfte es dabei auch wohl den wenigsten Betrachtern ergehen. Dies in erster Line aufgrund der unmöglichen Aneinanderreihung der einzelnen Sequenzen. Daraus resultierend bleibt wohl nur die Langeweile, bis auf jene welche wohl Bugs Bunny bereits als Schocker empfinden dürften.
Rein visuell gibt es hingegen an „Dark Corners“ rein gar nichts auszusetzten. Die Kontraste zwischen den beiden Welten könnten besser nicht dargestellt werden. Zum eine nobel, hell und fein – dem gegenüber verdreckt, verkommen und im Vergleich zu einem Rattenloch noch sauber. Auch Thora Birch trägt dabei in Ihrer Doppelrolle sehr dazu bei. Die Inszenierung wirkt surreal, bizarr und verdient wirklich gesehen zu werden.
Denn auch die Darsteller können durchwegs überzeugen, allen voran natürlich eben genannten Hauptdarstellerin. Selbst wenn alle weiteren Charaktere dabei ordentlich in Abseits gerückt werden – mit einer einzigen Ausnahme vielleicht.
Das größte Manko ist schlichtweg, dass es dem Film an Spannung fehlt. Dabei können auch zwei Momente welche man schon fast schockierend bezeichnend könnte, nichts ändern. Nichts fesselndes (schon gar nicht die Story) oder gar tiefgründiges wird einem hier geboten. Im Gegenteil: Gegen Ende hin befand sich wohl der Herr Drehbuchautor bereits im Streik oder im Winterschlaf. Anders lässt sich nämlich dieser Reinfall als Finale nicht bezeichnen. Gut, wer keine Ansprüche stellt, bekommt diese zum Ende hin durchaus erfüllt und man spart sich das Rätseln und vor allem das Hoffen auf einen Überraschung. Statt dessen bekommt man dann den Abspann serviert, sollten einem bis dahin nicht bereits die Augen zugefallen sein.
Alles in allem ist „Dark Corners“ zwar rein visuell und aufgrund seiner Darsteller durchaus mal einen Blick wert, nicht zuletzt für alle jene welche auf Altbewährte Durchschnittskost stehen. Wer jedoch nach (zumindest einer Kleinigkeit) neuem Sucht, wird hier definitiv enttäuscht werden. Wäre nicht die vor allem sich zum Ende hin total verlaufende Story, hätte der Streifen sicherlich eine Wertung über 80% verdient gehabt, aber ein Film ohne gute Story…Naja. Sicher wird es wieder genügend geben, die diesem Streifen eine gewisse Tiefgründigkeit zusprechen werden, aber so sind sie halt die Geschmäcker. Ich für meinen Teil – einmal gesehen und wohl schon sehr sehr bald wieder vergessen…