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Ob der Film nun ein legaler Nachfolger des gelungen GLASS HOUSE ist oder nicht spielt keine Rolle; GOODE'S HOUSE, THE GOOD MOTHER oder auch GLASS HOUSE 2 hat zwei Gesichter. Eins ist wirklich spannend und treibt den Nervenkitzel in ganz gute Höhen bis zum Ende hin und hält den Zuschauer bei der Stange. Das andere Gesicht ist aber leider voller Logiklöcher, sowie getragen von einer faden Dramaturgie, die durch nicht enden wollende nervtötende Klavier- und Streichermusik versucht eine Spannung aufzubauen, da es wohl es die Bilder und/oder Darsteller alleine nicht schaffen.

Selten habe ich einen Film erlebt bei dem ungefähr zu 95% der Laufzeit ständig die gleiche Klimperei unnötigerweise an den Nerven zerrt. Gute Filmmusik ist sehr wichtig und oft ein tragendes Element, aber hier wird nur in übertriebender Weise Kaufhausmusik bis zum Erbrechen runter geleiert. Sehr gute, spannende und mitreißende Dramen (z.B. von Michael Haneke) haben oft nur sehr wenig oder gar keine Musik - die Wirkung ist dennoch phänomenal.

Die Story hier nur in kurzen Zügen ohne etwas zu verraten (OHNE SPOILER!) Die junge Abby und ihr kleiner Bruder Ethan werden von einem äußerlich netten Ehepaar zur Pflege genommen da ihr Eltern gestorben sind. Nach nur kurzer Zeit stellen sich die vermeintlich liebevollen Eltern als Menschen mit unguten Absichten heraus. Insbesondere die "Mutter" Eve entpuppt sich als wahrlich gestört.....

Die Grundstory ist auf Spannung ausgelegt und das kann sie auch vorweisen. Es wird ein bitteres Katz- und Mausspiel bis zum Ende durchgezogen. Die hochwertige Inszenierung und das Niveau von GLASS HOUSE 1 hätte ich gar nicht erwartet. Aber leider ziehen formale Mängel und die emotionale Überfrachtung durch permanenten konservativen Musikeinsatz GOODE'S HOUSE komplett ins Mittelmaß und der Film ist schnell vergessen.

5/10 Beruhigungsspritzen....äh,...Punkten

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