White Trash vs. Black Trash
Regisseur Adam Bhala Lough ("Bomb the System") lässt einen Kracher auf die Menschheit los, welcher keine Rassenunterschiede aufkeimen lässt. Weiße wie Schwarze sind hier in "Weapons" gleichermaßen primitiv. Das ist ein Grund, warum "Weapons" sich von dem meißten plakativen Gangstudien abhebt.
Ja, eine Studie kann man diesen im Dokumentarstil gedrehten Film bezeichnen. Denn nichts anderes als die Eskalation zwischen zwei Gruppen dokumentiert dieser Film.
Der weiße Gangleader Jason (Riley Smith, "Gallowwalker", "Sie nennen ihn Radio") soll die Schwester vom schwarzen Homeboy Reggie (Nick Cannon, "Darf ich bitten?", "Day of the Dead (Remake)") geschlagen und vergewaltigt haben. Reggie trommelt seine Jungs Mikey (Jade Yorker, "Urban Justice", "Spiel auf Bewährung") und James (Brandon Smith, "Spiel auf Bewährung") zusammen. Der Weg führt die drei Homies direkt zu Mikey's Onkel (Arliss Howard, "Amistad", "Jurassic Park 2"), um bei ihm eine Waffe zu kaufen. Nachdem sie diese bekommen haben, machen sie sich weiter auf dem Weg, um Jason eine Kugel zu verpassen. Reggie macht einen Rückzieher, der jüngste, James allerdings nicht...
Eine Vendetta der übrig gebliebenen weißen Gangmitglieder Chris (Paul Dano, "Knight and Day", "Little Miss Sunshine") und Sean (Mark Webber, "Scott Pilgrim", "Dear Wendy") lässt nicht lange auf sich warten. Das ausgegebene Ziel ist Reggie.
Natürlich ist "Weapons" kein filmisches Meisterwerk, doch als Milleustudie funktioniert sie prächtig. Hart bebildert und glaubwürdig gespielt. Besonders der sonst so "korrekte" Arliss Howard als Junkie ist kaum zu Glauben. Wenngleich auch sein Auftritt sehr, sagen wir mal Schmerzhaft kurz, ist. Nick Cannon, eigentlich bekannt als StandUp-Comedian und Ehemann von Gesangs-Sternchen Mariah Carey darf hier einen Ausflug ins für ihn nicht so bekannte Fach machen. Vollkommen humorlos agiert der Afroamerikaner.
Das die Geschichte in den Straßen der Gangs in den USA an der Tagesordnung ist, sollte jedem klar sein. Regisseur Adam Bhala Lough versucht das auch überhaupt nicht zu beschönigen. Er probiert eher, dem Zuschauer die Brutalität und die soziale Unterschicht aufzuzeigen. Die weißen werden als asoziale, ungebildete Rednecks gezeigt, wie es dort viele in den Vororten und Ghettos gibt. Von der Darstellung und Performance her könnte man sie mit dem Pack, welches Larry Clark in "Kids" und "Ken Park" fokussierte gleichsetzen. Die schwarzen kommen allerdings nicht unbedingt besser weg. Man sollte sich nicht von Nick Cannon's Kleidung täuschen lassen. Laut seiner Aussage wollte er da wohl zu einem Vorstellungsgespräch. Dennoch scheint die Häuslichkeit der Afroamerikaner besser zu sein als der weißen. Familie und Freundschaft steht bei ihnen an erster Stelle, ganz im Gegensatz zum weißen Pendant.
Die Ablauf der Geschichte ist nicht sonderlich schwerlich nachvollziehbar. Die Eskalation wird vorgezogen, und man wird in den Anfangsminuten mit dem Ausgang der Geschichte konfrontiert. Was dann folgt, ist die Aufarbeitung wie es dazu kommen konnte. Nach und nach gibts Aufklärungen, woran man zu Beginn sicher nicht hat denken können.
Da man hier auf Realismus setzt, ist der Härtegrad und die Brutalität der Sache immens. Das rechtfertigt selbstverständlich die KJ-Freigabe. Gewalt, Drogen und Sex sind an der Tagesordnung. Das realistisch darzustellen braucht nunmal auch nachhaltige und böse Bilder. Das die Kids nur zum Spass mal eben ne Knarre zücken, rumballern oder sie auf andere richten, oder es ganz normal scheint eine Shotgun im Kofferraum zu haben ist leider bittere Realität.
Fazit
Packend und kurzweilig inszeniert. Sofern man diese Art von Filmen mag, kann man sich den ohne Probleme geben. Einen "Menace II Society" oder "Boyz in the Hood" sollte man aber nicht erwarten.
6/10