Es ist ein höllisch heißer Sommer. Die Nachbarskinder plärren rum. Irgendein Idiot parkt vor der falschen Einfahrt. Dem überarbeiteten Feuerwehrmann Lyle (Charlie Sheen) brenne die Sicherungen durch. Doch anstelle Amok zu laufen, terrorisiert der Frischgeschiedene seine Nachbarn...
"Bin ich denn hier der einzige Idiot, dem Regeln noch irgendwas bedeuten!" – Walter, THE BIG LEBOWSKI
UNDER PRESSURE macht leider so gar keinen Sinn. Charlie Sheen (HOT SHOTS 1+2, TWO AND A HALF MEN), den lässigen Good Guy in Person, in die Rolle eines psychopathischen Bösewichts zu stecken, ist wohl so ungefähr die Fehlbesetzung des Jahrhunderts. Die eigentlichen Guten im Film sind austauschbare, uncharismatische Schnarchnasen: David Andrews (FIGHT CLUB, APOLLO 13) sieht gut aus in Uniform und Mare Winningham (SCOTT & HUUTSCH) wirkt leicht hysterisch. Als Symathieträger und Helden fallen beide durch.
Abgesehen von der offensichtlichen Fehlbesetzung ist der Film mittelprächtig unterhaltsam. Die Story vom Feuerwehrmann mit dem posttraumatischen Stresssyndrom ist natürlich abgekupfert von FALLING DOWN (1993). Sheen mimt aber natürlich keinen bedauernswerten Mittvierziger in der Midlife Crisis, sondern einen Bilderbuch-Psycho mit Aggressionsproblem. Er erzählt von Zar Alexander II., spielt mit Kindern Russisch Roulette und ist ein Rassist. Sheens Sympathiewert hält sich hier also in Grenzen.
Cop: "Widerlicher Perverser! Was haben Sie ihm getan?"
Lyle: "Ich habe seine Mesenterialarterie mit der Axt durchtrennt – wie sieht es denn sonst aus!?"
UNDER PRESSURE ist vergleichbar mit intrigenreichen Thrillern wie KAP DER ANGST (1991) und FEAR (1996, mit Mark Wahlberg) und als einer der Vorläufer des Home-Invasion-Genres zu betrachten.
Vom Regisseur von ACTION JACKSON, DARK ANGEL und STONE COLD.
Fazit:
"Winning!" ...not today, Charlie.