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,,Komm raus, Freddy''! – Vor seinem langerwarteten Kampf gegen Freddy Krüger sucht Jason erst mal ein Raumschiff heim.

Wer hätte das gedacht, dass Ende der 90er Jahre nochmals eine Teenie-Slasher Welle über die internationale Kinolandschaft hereinbrechen würde? Wes Cravens halbparodistischer "Scream" machte 1996 den Anfang. Im Sog dieses Trends wurden selbst in Deutschland Horrorfilme wie "Anatomie" oder "Flashback" inszeniert. Umso erstaunlicher ist es, das gerade "Freitag, der 13", quasi der Prototyp für diese Art von Filmen ist, erst so spät wieder belebt wurde. Vielleicht waren es ja auch die schwachen Einspielergebnisse der beiden letzten Folgen "Todesfalle von Manhatten" und "Jason goes to Hell", die bei den Produzenten offenbar noch recht tief saß.

Doch dann wurde das Wehklagen der Fans doch noch erhört. Das legendäre Metzelmonster ist wieder da. Und diesmal ließ man sich eine echte Neuerung, im Gegensatz zu den vorangegangenen Teilen, einfallen: Jason treibt sein Unheil diesmal im Weltraum, und dieser absurde Einfall funktioniert überraschend gut.
Wir schreiben das Jahr 2455. Die Erde ist längst ein unbewohnter Planet. Einige Archäologiestundenten steuern sie mit einem Raumschiff zu Forschungszwecken an. Sie landen ausgerechnet beim einstigen Feriencamplager Crystal Lake, der Ort wo schon Jason vielen Teenagern das Leben nahm. Dort entdecken sie zwei eingefrorene Lebewesen. Neben einer hübschen Blondine natürlich auch den unverwüstlichen Serienkiller Jason Vorhees. Nichtsahnend nehmen die Raumfahrer ihre beiden Entdeckungen mit. Jason erwacht erwacht erwatungsgemäß zum Leben.
Von nun an ist für alle weiteren Ereignisse ein starker Magen erforderlich. Der mordlüsternde Jason macht auch in ferner Zukunft keine Gefangenen.

"Jason X" ist zwar nicht der wichtigste Teil der Reihe, denn das wird wohl der erste "Freitag, der 13" bleiben, aber er ist definitiv der ungewöhnlichste Teil der Reihe. Auch Zuschauern denen die Ekelreihe bislang zu stumpf war, werden mit der gespickt eingeflochtenen Ironie, aber ohne mit den heute übertriebenen Humor, und einer überraschend aufwendigen, visuell ausgefeilten Inszenierung versöhnt. Selbst die gewagten Einfälle wie gegen Ende des Films, als sich Jason in ein Supermonster im Terminator-Stil verwandelt, sind einfach nur genial und mal was ganz neues in der Reihe. Zudem wird hier auch auf etwas Action gesetzt, wie z.B. mit dem Einsatz von verschiedenen Waffen, was für einen Teenie-Schlitzer eigentlich untypisch ist.
Schauspielerisch setzte man auf eher junge und unbekannte Gesichter die ihre Sache nicht überragend aber dennoch mit einer akzeptablen Leistung vollbringen, und Kane Hodder als Jason muss eh nicht viel schauspielern, außer töten, aber passt von der Statur her perfekt in seine Rolle.

Desweiteren wurde bereits, wie schon öfters in der Reihe, auch diesmal einem eher unbekannten und wenig profiliertem Regisseur die Regie anvertraut. Denn James Isaac drehte bisher nur den Film Horror House – House III oder war verantwortlich als F/X-Spezialist für den hervorragenden Cronenberg-Streifen "eXistenz". James Isaacs Verbindungen zu David Cronenberg ("Dead Zone", "Videodrome") ist es auch zu verdanken, dass der kanadische Kultregisseur zwar einen sehr kurzen, aber witzigen Auftritt als Dr. Wimmer hat.

Fazit: Regisseur James Isaac inszenierte mit "Jason X" einen ungewöhnlichen aber beinharten Slasher-Streifen, mit perfekter Atmosphäre und vielen neuen Einfällen. Ein Film der einfach Spaß macht!

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