Als schon niemand mehr aufgrund des reichlich ausgelutschten Crystal Lake-Szenarios mit einem weiteren "Freitag der 13."-Knaller rechnete, eroberte im Jahre 2001 James Isaacs "Jason X" die Leinwand. Und in der Tat verliess der 10. Amoklauf des Maskenträgers die ausgetrampelten Pfade früherer Tag und verpfanzte das blutige Slashertreiben kurzerhand in SF-Szenario, in welchem der unverwüstliche Jason an Bord eines Raumschiffs nach jahrelangem Kälteschlaf zum Leidwesen aller Anwesenden sein blutiges Unwesen zu treiben beginnt.
Was folgt, kann sich jeder leicht ausmalen: Jason meuchelt die zumeist jugendliche Besatzung nach klassischem Muster dahin. Da dies jedoch im Grunde noch keine rechte Abwechslung zu den alten Tagen darstellt, mutiert der bereits arg ramponierte Jason zum Finale hin einfach zum Cyborg. Diesen niederzukämpfen, erweist sich trotz exorbitantem Munitionsverbrauch aller Kaliber als besonders schwierig. Wer Teil 9 kennt weiss ungefähr, was Mr. Vorhees an Blei schlucken kann, hier ists ein Vielfaches...
Mag zwar insgesamt etwas abgedreht und actionorientiert erscheinen, mir jedoch gefiel dieses neue SF-Element durchaus - zumal ja im Vorfeld genügend klassische, blutige Meuchelaction geboten wird. Den Crystal Lake vermisst man garnicht groß und für alle, die nicht ohne können: Eine kleine Homage incl. Teenie-Schlachtvieh in Form einer Videoillusion ist auch im technisch sehr ansehlich gelungenen, atmosphärischen "Jason X" vorhanden. Einzig der bisweilen dümmliche Humor nervt ein wenig und wirkt kindisch. Positiv gesehen: Trashig.
Fazit: Dumme Charaktere, ein in alter Frische hackstückender Jason (natürlich auch hier durch Kane Hodder repräsentiert) und eine coole Inszenierung - was will man als Fan mehr? Ok, das spacige Szenario ist gewöhnungsbedürftig aber andererseits bringt es endlich einmal wirklichen frischen Wind in die reichlich angestaubte Saga.
Hier gilt: Durchaus partytauglicher Horrorspass mit harter Action!