Review

SPOILER

Tja... nach "Jason goes to Hell" hat ja eigentlich fast jeder gedacht es sei nun endgültig Schluss mit dem Weltrekordhalter in Sachen Teenieschlitzen (obwohl es ja bekanntlich schon einmal ein "Letztes Kapitel" gegeben hat). Aber nun legt Kane Hodder erneut die Hockeymaske an und das Resultat trägt den Namen "JASON X".

Story:
Wie eigentlich immer bei "Friday-Filmen" ist die Story schnell erzählt. Jason wurde in eine Gefrierkammer gesperrt, nachdem er mal wieder ein kleines Massaker angerichtet hat (eines der Opfer ist David "Cabal - Brut der Nacht" Cronenberg). Das Mädel, dass ihn in die Gefriertruhe gesteckt hat wird noch eben kurz angestochen und durch die austretende Kälte ebenfalls eingefroren.
2455 werden beide von ein paar Studenten gefunden und an Bord ihres Forschungsschiffs gebracht. Als das Mädel dann auch endlich aufgetaut ist will sie die Besatzung vor Jason warnen, doch der meuchelt sich beteits fröhlich durch die Besatzung.

Schauspieler:
Freitag 13th war eigentlich nie mit besonders talentierten Schauspielern gesegnet (mit ein paar Ausnahmen wie z.B. Kevin Bacon in Teil 1). Bei Jason X wird man zwar sicher auch keine zukünftigen Oscaranwärter finden, doch das Ensemble liefert wirklich keine mirserabele Leistung.

Effekte:
Sicher unerwartet, aber Jasons zehnter Streich wartet mit teileise ziemlich guten CGI-Effects auf. Die Morde (und das ist für Jason-Fans ja das wichtigste) reichen von "schön blutig" wie z.B. der Schraubenmord, in dem ein Macker auf eine riesige "Schraube" geworfen wird und sich dann langsam nach unten dreht, bis zu "man sieht nix ausser a biserl Blut das auf einen Monitor spritzt".

Score:
Manfredini hat hier eine etwas durchwachsene Leistung abgeliefert. Das Opening-Theme ist ziemlich gut, während des Films fiel mir allerdings kaum Musik auf. Natürlich mit einigen Ausnahmen wie z.B. "Wah-wir-erschrecken-uns-Sounds" und einige kleine Passagen die den coolen Auftritt (oder Abgang) eines Charakters unterstreichen. Aber.. naja auch die Musik war nie Jasons Stärke.

Meine Meinung:
Nachdem "Jason goes to hell" zwar unterhaltsam, aber doch ziemlich wirr war hat "Jason X" wieder eine einigermaßen zusammenhängende Story.
Seit dem James-Bond-mäßigen Anfang in "Jason lebt" ist die Selbstironie ja mehr als eindeutig, aber diesmal wird dem ganzen die Krone aufgesetzt. Meiner Meinung nach der größte Gag ist die Szene, in der Jason auf dem Holodeck ein Crystal Lake von 1980 vorgegaukelt wird, in dem er natürlich gleich 2 Mädels findet, die nix anderes im Sinn haben ausser Kiffen, Saufen und vorehelichen Beischlaf (also fast alles was die Teenies in den anderen Jason-Filmen gemacht haben). Folglich wollen sie Jason auf ein Schäferstündchen einladen und legen sich schon mal oben ohne in die Schlafsäcke. Da Jason ja nicht James Bond oder gar Austin Powers ist beglückt er sie halt nicht, sondern sorgt dafür, dass sie eben das einzige machen was die Teenies sonst noch so in Fridays machen, nämlich sterben. Dies bewerkstelligt er in dem er mit dem Schlafsack der einen (mit ihr drinne versteht sich) auf den Schlafsack der anderen (auch inklusive Inhalt) eindrischt bis sie Ruhe geben.
Klar der Film ist lange nicht so hart wie Jason 9 in der "unrated-Fassung", aber da es in letzter Zeit so gut wie keine harten Filme aus Amerika gibt stellt "Jason X" eine angenehme Ausnahme dar.
Manchen Fans wird es sicher nicht gefallen, das aus Jason ein halber Sci-Fi Film gemacht wurde, doch ich fand die Idee äusserst angenehm, da es wirklich mal ein KOMPLETT anderes Szenario ist. Durch die Sci-Fi-Umgebung ergeben sich einige wirklich interessante Neuerungen, wie z.B. der Android, der gen Ende in einem beinahe matrixmässigen Stil auf Jason einballert.
Auch Jasons Verwandlung in eine Art Terminator hört sich beim Hinhören zwar bescheuert an, aber funktioniert im Film.
So abgefahren und absurd (aber auch unterhaltsam) ist Jason noch nie zur Strecke geracht worden. Da er ja mittlerweile zur Hälfte aus Metall besteht schnappt sich einer der Akteure einen Raumanzug und fliegt mit Jason in die Athmosphäre um zu verglühen.

Fazit:
Für einige Fans eine zu abgefahrene Story, die mir aber gefiel. Tonnenweise Selbstironie, annahmbare Schauspieler und gute Effekte. In meiner Jason-Hitlist auf Platz 3.
Horror und Sci-Fi-Fans sollten auf jeden Fall mal einen Blick riskieren. (8 / 10 Punkte)

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