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Wenn bekannte Horrorserien sich ins Weltall verirren, ist äußerste Vorsicht geboten; ging das doch zu oft schon erbärmlich in die Hose. Das erschreckendste Beispiel hierfür wäre wohl der vierte Teil der "Leprechaun"-Reihe, eine Trash-Zumutung der übelsten Sorte. Nun wurde auch Jason von den Produzenten ins All geschickt - zwar stark verwest und blutrünstig wie eh und je, aber eben in einer ungewohnten Umgebung.

Dass Bevölkerungsdezimierer Jason sich jetzt in Raumschiffen austoben darf, ist zweifellos eine willkommene Abwechslung, auch wenn die Story selber sich gewohnt dünn durch die Gänge und Gassen des Schiffes zieht. Schon nicht mehr ganz so prickelnd wird es aber, als erste, versuchte Sequenzen von andockenden Raumschiffen sich über die Bildfläche quälen. Da wird nur zu gut deutlich, dass das Budget solchen Aufgaben nicht gewachsen ist. Die Sets hinterlassen dann ebenfalls einen leicht billigen Eindruck, sodass das Trashometer bereits den roten Bereich ansteuert. Unterstützend dafür sind die teilweise ganz gut aussehenden, aber allesamt völlig talentfreien Darsteller, sowie die stellenweise banalen Dialoge, die sie zum Besten geben. Harry Manfredini hat bis auf einige klassische "Freitag der 13."-Musikelemente ebenfalls schon besseres vollbracht.

Und trotzdem: "Jason X" ist und bleibt noch ein unterhaltsamer Beitrag der Reihe. Dies beweisen abermals der hohe Bodycount und die darin steckenden Ideen. Befördert der gute Jason die Soldaten anfangs noch recht konventionell ins Jenseits, so entdeckt er in der Zukunft bald die Vorzüge dieser Zeit, wie etwa die mit flüssigem Stickstoff gefüllten Becken. Nun muss man sich nur noch das auserwählte Opfer schnappen und dann wie folgt vorgehen: Gesicht rein, raus, wuchtig auf eine geeignete Ebene hauen und schließlich Ergebnis bestaunen: Gesicht wieder raus. Klingt komisch, ist aber so. Solch böser, makaberer und schwarzer Humor ist öfters vertreten. Ein Typ wird beispielsweise aufgespießt und dreht sich dann schraubenartig nach unten, ein anderer verliert schnell seinen Arm, schweißt ihn jedoch mittels der Technik kurzerhand wieder an. Natürlich aber schwingt Jason auch die Machete, zum Teil auch ein spaciges Exemplar. Passend dazu wird er später selbst in ein Space-Outfit gesteckt und agiert dann als Über-Jason.

Der zehnte "Freitag der 13."-Film präsentiert sich in einem ungewohnten Look, was zwar abwechslungsreich ist, jedoch einige technische Schwierigkeiten mit sich bringt. Der Unterhaltungsfaktor ist allerdings recht hoch, kurzum: ein für die Serie ganz ordentlicher Teil.

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