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Im Jahre 2008: Da alle Versuche, den untoten Massenmörder Jason Voorhees umzubringen, nicht fruchten, beschließt man, ihn einzufrieren und auf diesem Wege unschädlich zu machen. Ein Vorhaben, das natürlich erst nach einem letzten umfangreichen Gemetzel gelingt. Vierhundert Jahre später taut die nichts ahnende Besatzung eines Raumschiffs den tiefgefrorenen Jason wieder auf. Kaum hat er sich aus seiner Erstarrung befreit, beginnt er an Bord des Raumschiffs ein erneutes Massaker anzurichten.

Dieser lange Jahre nach dem neunten und eigentlich abschließenden Teil entstandene Nachklapp zur berühmten "Freitag, der 13."-Reihe hat nun wirklich gar nichts mehr mit den ursprünglichen Filmen zu tun, auch wenn Sean S. Cunningham als Produzent und Harry Manfredini für den Soundtrack wieder dabei waren. Es gibt zwar gewiss schlechtere Fortsetzungen innerhalb der Reihe, dieses Werk ist aber trotzdem nicht wirklich nötig gewesen.

War im achten Teil die Verlagerung Jasons in ein ihm unbekanntes Milieu die erfolgreiche Voraussetzung für eine Steigerung der üblichen Spannung, gelingt es in diesem Mix aus Splatter und Science-Fiction nicht hundertprozentig. Zwar wirken die von künstlichem Licht erhellten Gänge des Raumschiffs als Kulisse für einen wahnsinnigen Mörder durchaus passend und erzeugen eine mitunter packende Atmosphäre der Einsamkeit und Hilflosigkeit. Doch die daraus eigentlich resultierende Spannung wird immer wieder unterbrochen: durch bis zur Schmerzgrenze dümmliche Dialoge (die Liebeserklärung zwischen Mann und weiblichem Androiden ist dabei wohl der größte Fehlgriff), bis auf wenige Ausnahmen unoriginelle Splatter-Sequenzen und schlechte Spezialeffekte. Besonders die Außenaufnahmen der Raumschiffe sind in einer Zeit nach "Matrix" geradezu peinlich. Und dass das Grundprinzip der Story gewisse Ähnlichkeiten zu dem Klassiker "Alien" aufweist, dient der Spannungsentwicklung auch nicht unbedingt.

Das einzige Stilmittel, das den Film vor dem kompletten Absturz rettet, ist das gleiche Erfolgsrezept wie im sechsten Teil: Ironie. Höhepunkt des Films dürfte wohl die Szene sein, in der Jason sich in einer Hologramm-Version des Crystal Lake an virtuellen nackten Teenies austobt. Zwar kommt der Humor im Verlauf des Films meistens auf ziemlich platte Weise, dennoch merkt man, dass er sich nicht übermäßig ernst nimmt, was angesichts der grottigen Darsteller, der vielen Genre-Klischees und der nicht nennenswerten Story bitter nötig ist.

So ist mit diesem späten Werk immerhin ein mäßig unterhaltsamer Horror-Trash entstanden, der bei aller Inkonsequenz und Peinlichkeit in der Inszenierung allemal einen besseren Abschluss bildet als der verquaste neunte Teil.

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