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Nach „Jason goes to Hell“ (1993) dauerte es eine ganze Weile, bis ein neuer Teil um den Machetenschwinger Jason Vorhees das Tageslicht erblickte. Eigentlich war nach dem Ende von Nummer neun das Crossover mit Freddy Krueger geplant, doch dieses zog sich in der Entwicklung dahin und so brachten Freitag-Veteran Sean S. Cunningham und Regisseur Jim Isaac den dann zehnten Teil der Reihe auf den Weg.
In der (damals) nahen Zukunft muss Jason für die Forschung herhalten. Zumindest hat sich das Dr. Wimmer so in den Kopf gesetzt, wird aber bald eines Besseren belehrt. Kultregisseur David Cronenberg bekommt hier einen kurzen Auftritt, wird aber schnell ins Jenseits befördert und Jason mittels Kryotechnik in die Zukunft. Knapp 450 Jahre später finden ihn die Studenten um Professor Lowe auf der inzwischen unbewohnbaren Erde – und nehmen ihn mit auf ihr Schiff.

Wo man den passionierten Hockeymaskenträger hier nun wieder her hat – man weiß es nicht. Eigentlich schade, dass es nicht mehr diese Erweckungsszenen gibt, wie es noch in manch (ich nenne es mal) klassischem Teil der Fall war.
An Bord muss man sich ein bisschen mit der Crew und einer Gruppe Space Marines herumschlagen, bis Jason wieder auftaut und das tut, was er eben so tut: er metzelt sich durch das Schiff, welches von aus der Serie bekannten semi-talentierten Charakteren bevölkert ist. Was nackte Haut angeht, ist „Jason X“ ziemlich zurückhaltend, dafür bietet er einige nett anzusehende Kills. Allerdings schlägt er sich hier auch mit eher suboptimalen CGI-Effekten herum.
Zwar ist das hier objektiv betrachtet nicht wirklich gut. Und doch, irgendwas hat die Mischung, „Jason X“ ist kurzweilig, witzig und sogar etwas selbsreferenziell. Sicher, das Umfeld wirkt wie Plastik, aber das stört nicht mal den Film selbst, er macht einfach das Beste draus. Und damit durchaus Laune.

Und wenn Jason zwischendurch noch ein Upgrade bekommt, ist die ganze Chose eh schon so drüber, dass man entweder verzweifelt den Kopf auf den Tisch haut oder sich dieser Achterbahn ergeben hat. Zwischendurch gibt’s noch eine schöne Retrosequenz, inklusive Hupen, Drogen und der Schlafsackszene aus Teil VII. Da wird‘s eine kleine Hommage an sich selbst, man zitiert aus der eigenen Vergangenheit. Aber warum auch nicht? Es ist der zehnte Teil und was soll man noch groß variieren, das Franchise hatte sich zu diesem Zeitpunkt in seinen eng gesteckten Grenzen schon ausgiebig ausgetobt.
Man muss sich darauf einlassen können, dass "Jason X" einfach ein Versuch ist, der Formel einen neuen Anstrich zu verpassen, nachdem man die gewohnten Pfade bis auf's Grundwasser plattgelaufen hat. Das kann man mögen oder nicht, mir hat das Teil Spaß gemacht.

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