Der Tiger von New York ist ein Melodram, in dem ein Boxer mit einer Tänzerin abhauen will um das alte Leben hinter sich zu lassen. Sie wurde von ihrem Chef sexuell missbraucht und er ist als Boxer erfolglos. Als die Beiden abhauen wollen werden sie von dem Chef verfolgt und es beginnt ein Kampf auf Leben und Tod.
Dies ist Kubricks fünfter Film, der mit einem Budget von 75000 Dollar in 14 Wochen gedreht und dann in weiteren 7 Monaten vertont und zu Ende gestellt wurde. Gedreht wurde ohne Genehmigung und mit einer gewerkschaftlich nicht genehmigten Crew. Angeblich soll das Team bei einer Bullenkontrolle diese mit 20 Dollar bestochen haben. Kubrick hat Regie, Kamera, Schnitt gemacht und hat den Film auch mitproduziert.
Der Film ist sehr flott inszeniert, sodass keinerlei Langeweile aufkommt. Es wird oft mit Kamerafahrten gearbeitet. Beim Boxkampf zu Beginn des Films wird die Handkamera eingesetzt, was dem Kampf mehr Dynamik gibt und ihn kraftvoll erscheinen lässt.
Die Beleuchtung ist ebenfalls Ausdrucksstark. Als der Boxer depremiert in seinem dunklen Kämmerchen hockt, geht in dem Fenster gebenüber das Licht an, wodurch er bescheint wird, daraufhin dreht er sich um, wo er die Frau erblickt, mit der er später Abhauen will, der Lichtblick sozusagen. In beinahe jeder Szene wird deutlich, dass Kubrick viel Wert auf eine bewusste Gestaltung seiner Bilder legt.
Grundsetzlich ist der Film sehr unterhaltsam, ist jedoch noch weit von einem Meisterwerk entfernt. Dafür ist die Story zu 08/15 und die Schauspieler zu durchschnittlich, bzw. lassen die Charaktere grundsetzlich an tiefe vermissen.
Dennoch ist der Film allen Fans von Kubrick und natürlich allen Filmintressierten sehr zu empfehlen.