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Weihnachtszeit - Kinderzeit! Weihnachten hat bei den Menschen viele unterschiedliche Bedeutungen. Für die einen ist es das Fest, an dem sich einmal im Jahr die ganze Familie versammelt und miteinander feiert. Für andere ist es die Feier der Geburt Jesu Christi, zumindest der Bibel nach. Und für wieder andere, einer äußerst bedauernswerten Gruppe von Menschen, ist es schlicht und ergreifend "Humbug". Doch eine Gruppe von Menschen wird wohl immer an Weihnachten ihren Spaß haben und das sind die Kinder, und das nicht nur wegen der Geschenke. Logisch also, dass es natürlich vor allem für die Kiddies jedes Jahr neue Weihnachtsfilme gibt, so auch dieses Jahr. Dieses mal ist es das Zeichentrickpaar Peterson und Findus, die sich auf ein schönes Weihnachtsfest freuen. Herausgekommen ist dabei ein herzallerliebster Spaß, der vor allem bei unseren Minis groß ankommen dürfte.

Wie man es nämlich von den beiden gewöhnt ist, bietet "Morgen, Findus, wirds was geben", gänzlich gewaltfreie und kindlich naive Unterhaltung an, bei der die Welt noch 100% in Ordnung ist. Findus erlebt hier sein erstes Weihnachtsfest bei dem alten Zauselbart Peterson und will natürlich wissen, was es denn mit dem Weihnachtsmann so auf sich hat. Er schreibt ihm sogar einen Wunschzettel auf dem er sich wünscht, dass der Gute doch am heiligen Abend bei ihm vorbeischauen soll. Also macht sich nun der gutmütige Peterson drauf und dran ihm diesen Wunsch zu erfüllen, indem er ihm eine Weihnachtsmann-Maschine bauen will. Doch der Zeitdruck, sowie Petersons Nachbar Gustavson, erschweren ihm die Arbeit, wo es nur geht. Doch Peterson gibt nicht auf... Gewaltfrei und frei ab 3, dass ist das Erfolgsmotto von "Peterson und Findus" und das schon seit vielen Jahren, so auch natürlich hier. Die Geschichte ist vollgepackt mit allerhand wunderbaren, einfachen Ideen, die vor allem bei den Jüngsten unter uns für leuchtende Augen sorgen dürften. Hier gibt es im Grunde absolut nichts Böses, alle Figuren sind einfach rundum sympathisch ausgefallen, selbst die Figuren, die die "Bösewichter" des Films stellen sollen. Die Identifikation mit den Figuren fällt allen Altersgruppen äußerst leicht, so das wirklich jedes Familienmitglied etwas finden kann, was ihm hierdran Freude machen kann, auch wenn die Erwachsenen dabei natürlich meist unterfordert bleiben. Aber bei einem Film für unsere Kleinsten, dürfte das eigentlich eh niemanden überraschen.

Sehr positiv auffallen dürfte einem aber vor allem der äußerst dezente Umgang mit dem Weihnachtsfest. Während amerikanische Familienfilme ja meist in ihrem Kitsch ersaufen, so bietet der Findus-Film hier, ähnlich wie der deutsche Elch-Film aus dem letzten Jahr, kaum etwas davon. Blinkende Lichterketten, vollkommen überschmückte Häuser, sowie ständiges X-Mas-Gedudel gibt es hier nicht, der Weihnachtsglanz entsteht hier vor allem durch die schneebedeckte Umgebung, sowie die rustikale, aber angenehm warm wirkende Hütte von Peterson. Selbst der Weihnachtsbaum, später im Film, bleibt recht dezent, wenn auch wunderschön, geschmückt und bietet vor allem mal wieder echtes Kerzenlicht, sowie es sich eigentlich gehört. Dazu dann auch noch ein paar kleine Geschenke, wie ein zweiter Ski für Findus oder ein Werkzeuggürtel für Peterson und schon wirkt der ganze Spaß wunderschön altmodisch und in keinster Weise so amerikanisch überladen, wie die meisten anderen Filme dieser Art. Hach ja, weniger ist halt manchmal doch mehr.

Dazu kommen dann auch noch richtig schön altmodische Animationen, die zwar nicht mehr wirklich zeitgemäß wirken, bei dem Computeranimationsüberschuss der letzten Jahre aber dennoch gefallen können. Bei "Peterson und Findus" scheint die Zeichentrickwelt noch stehen geblieben zu sein, jedenfalls hat man hier beim Zuschauen wirklich durchgehend das Gefühl, dass hier wirklich absolut keine Animation aus dem Computer stammt. Die Figuren bewegen sich zudem flüssig und die Hintergründe können, trotz einiger nicht abzusprechender Steifheit, auch sehr gefallen. Eben alles schön so, wie es früher üblich war. Gut so!

Und auch die Synchronisation macht vollends Laune. Der vor kurzem verstorbene Gandalf-Sprecher Joachim Höppner spricht den kauzigen Peterson, ein letztes Mal, mit absoluter Bravour und hat hörbar Freude an seiner Rolle. Er gibt seiner Figur hier nicht nur ein wunderbares Gesicht, sondern lässt sie auch zu jedem Zeitpunkt absolut glaubhaft erscheinen. Dazu dann noch viele weitere bekannte Stimmen, die ebenfalls überzeugen können. Manchmal können Synchronisationen ohne berühmte Promis am Mikrofon eben doch die Besseren sein.

Fazit: Ein herzallerliebster Weihnachtsspaß vorzüglich für die ganz, ganz Kleinen unter uns. Eine liebenswerte Geschichte, wunderbare Figuren, sowie der dezente, klischeefreie und dadurch eigentlich um so wirkungsvollere Umgang mit Weihnachten, dürften für große Freude unter den Kindern sorgen, aber auch bei größeren Zuschauern nicht unbehaglich wirken. Auch wenn man sich als Erwachsener sicherlich bei weitem nicht so prächtig amüsieren kann, wie die Kleinen im Kinosaal, dafür ist der Film nun einmal schlicht und einfach zu stark auf ein Kleinkinder-Publikum abgestimmt worden, so wird man sich dennoch zu keinem Zeitpunkt darüber ärgern, dass man auch für sich eine Kinokarte gelöst hat. Aus der Sicht eines Kindes hätte dieser Film locker 9/10 Punkte verdient, als Erwachsener gibt es von mir aber dennoch mehr als verdiente 6,5/10 Punkten, die aufgerundet werden. Viel besser kann Kinderunterhaltung von heute jedenfalls kaum noch sein.

Wertung: 6,5+/10 Punkte

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