Obwohl bis auf den Handlungsort, nämlich ein Flugzeug, die Teile nichts gemeinsam haben, schließt die „Turbulence“ – Reihe seine Trilogie mit dem blödsinnigen „Turbulence 3: Heavy Metal“ ab.
Überaus ambitionslos filmt Jorge Montesi („Omen IV: The Awakening“, „Never Say Die”) die Schose auch ab und sorgt dabei für unfreiwilligen Humor aufgrund überbordender Klischees, total überzogener Ernsthaftigkeit und lächerlichen Reaktionen seitens der Beteiligten.
Im dritten und letzten Teil verschlägt es den provokanten Death Metal – Sänger Slade Craven (John Mann, kleine Rollen in „The Chronicles of Riddick“ und „Underworld: Evolution“), optisch sicherlich nicht von ungefähr ein Marilyn Manson-Klon, trotz Proteste von Seiten religiöser Gruppen, die seine gewaltverherrlichenden Texte nicht gutheißen, in eine Boeing 747. Dort an Bord will er vor einer Gruppe auserwählter Fans in mehreren Tausend Metern Höhe sein Abschiedskonzert geben und alles per Internet live übertragen lassen. Eine Gruppe Satanisten (Bruhahaha!) lässt sich die Chance nicht nehmen, um das Flugzeug zu kapern und selbst ein Inferno zu fabrizieren. Natürlich lustig, wenn die Jungs vom Krisenstab dann verhandeln wollen, obwohl es nichts zu verhandeln gibt.
Ja, da lacht die Koralle. Nun bin ich dieser Musikrichtung ganz zugetan, weswegen der Film mit seinem Soundtrack ein paar Pluspunkte bei mir sammeln kann, aber allein die vielen Szeneklischees, angefangen bei den ganzen Fans und Musikern, die hier alle nur im schwärzesten, symbolträchtigsten Gothic-Look an Bord gehen und nur Aussagen aus dem Mund fallen lassen, die jedes Vorurteil bestätigen, nerven und man wundert sich auch schwer über Kleinigkeiten, wie das Fehlen von Security-Leuten bei so einer Veranstaltung.
Nun zieht sich der Ablauf trotz einer Laufzeit von nicht einmal 90 Minuten aber auch noch ganz schön hin, weil, bis alle an Bord sind, eben einige Fans noch ihre überflüssigen Kurzvorstellungen erfahren müssen und in einem Subplot eine FBI-Agentin einen Hacker hochnehmen will, der sich in die Live-Übertragung schaltet, was nun auch nicht so ganz legal ist. Als sie bei ihm als Pizzabotin getarnt bei ihm auftaucht, ist jedoch das Trara schnell groß, weil beide den ersten Mord an Bord beobachten und umgehend beschließen dagegen etwas zu tun.
Während dessen wird an Bord noch groß Party gemacht und zwar minutenlang als wäre man in einem Musikvideo gelandet. Erst als Craven gegen einen Doppelgänger ausgetauscht wird, der den Piloten erschießt und die Band nebst Zuschauer in Panik versetzt, kommt etwas Fahrt in die Sache. Das F.B.I wacht auf, Craven, der dies alles nicht tatenlos mit ansehen kann, meldet sich als Einzelkämpfer auch zurück und Rutger Hauer genießt fernab vom Trubel im Cockpit sitzend klassische Musik und wartet auf seinen Gagenscheck. Na, wenn das nichts ist...
Absolut grausame Dialogzeilen, die bei jedem halbwegs aufmerksamen Zuschauer gnadenloses Kopfschütteln heraufbeschwören und die üblichen Probleme dieser Szenarios ernten weiter Verständnislosigkeit bis zum krönenden Abschluss bei dem Craven die Kiste natürlich auch noch heil landen darf. Ich glaube, da war sogar etwas Stock Footage mit im Spiel...
Jorge Montesis Inszenierung ist an sich ganz solide und der Film sieht deswegen auch nicht wie ein Debakel aus, aber auffallende Logikfehler und einmal mehr gänzlich an den Haaren herbeigezogene Verhaltensweisen malträtieren nun einmal auf Dauer die Geduld, so dass „Turbulence 3: Heavy Metal“ im unteren Mittelfeld heimisch fühlen sollte.
Denn Action gibt es bis auf ein paar harmlose Keilereien zum Schluss gar keine, ein Spannungsbogen ist quasi nichtexistent und die ersten 30 Minuten sind nur eine Aneinanderreihung von bekannten Klischees bezüglich dieses Musikstils.
Wer sich daran also nicht stört, der kann sich noch passabel unterhalten lassen. Kaum ausformulierte Ideen, wie die Sprengung des Towers, trüben den Filmspaß zwar enorm, aber immerhin finden sich brauchbare Schauspieler unter den Akteuren, was nun auch keine Selbstverständlichkeit in solchen Filmen ist. Monika Schnarre („Waxwork II: Lost in Time”, „The Peacekeeper”) spielt in einer Nebenrolle übrigens eine TV-Reporterin und Gabrielle Anwar („Body Snatchers“, „The Three Musketeers“), ehemals erstklassig, muss sich als F.B.I – Agentin ein Zubrot verdienen.
Fazit:
Ungewöhnlich prominent (u.a. auch Craig Sheffer) besetzter DTV-Thriller mit zu vielen Klischees und zu wenig Action. Trotz einer kurzen Laufzeit nimmt „Turbulence 3: Heavy Metal“ nie Fahrt auf. Im ersten Drittel geht es nur darum Vorurteile zu bestätigen, im zweiten wird das Flugzeug gekapert und im dritten darf der Schock-Rocker die Fäuste schwingen. Die miesen Dialoge des Drehbuchs sind genauso haarsträubend wie diverse Reaktionen der Beteiligten, während sich etliche Plotholes auftun. Vielleicht als Ergänzung geeignet, aber nichts worauf man warten braucht.