Review

 Parallel zum ersten Teil produziert und die Vorgeschichte zu diesem erzählend kam MIA 2 aber erst 1985 in die Kinos, nachdem sich Chuck Norris´ CANNON-Debüt an der Kinokasse als außerordentlich erfolgreich erwiesen hatte. Der Grund für die Zurückstellung war die laut Produzenten bessere Qualität des Zito-Films, eine eher zweifelhafte Einschätzung, dürfte der Grund doch eher in der Thematik liegen. Ist MIA nämlich ein waschechter Actioner, so ist MIA 2 über die erste Hälfte ein Gefangenencamp-Film, komplett mit Verhören, langen Foltereinlagen, Hinrichtungen und so gut wie völlig ohne Action, von einer schäbig inszenierten Eröffnungssequenz abgesehen. Erst in der zweiten Hälfte gelingt es Braddock sich und die wenigen noch lebenden Mitgefangenen zu befreien und dem sadistischen Lagerkommandanten Yin, seinem französischen Geschäftspartner (der das von Yin angebaute Opium vertickt) und deren Schergen ordentlich Feuer unter´m Hintern zu machen, wobei selbst dann die Action lahm, unspektakulär und billig ist. Highlights sind einige sehr ordentlich gemachte Explosionen, außerdem darf Braddock sich zum Finale mit Yin duellieren, was unerwartet gut choreographiert geschieht. Diese wenigen gelungenen Augenblicke können aber kaum über jämmerliche Regieleistung Lance Hools (STEEL DAWN) hinwegtäuschen, der seine Geschichte gerade in der zweiten, actionlastigeren Hälfte unglaublich träge erzählt, die hässlichen Sets äquivalent unattraktiv einfängt und in jeder Actionszene die Kamera genau falsch platziert. Der Regieleistung passen sich auch die Darsteller an, einzig der koreanische Schauspieler Soon-Tek Oh, welcher den Lagerkommandanten mimt, kann überzeugen.
Erwartungsgemäß ist das Drehbuch von schlechten Eltern, besonders dreist ist das Verweisen auf das Nichteinhalten der Genfer Konventionen durch die Vietnamesen, wo diesen doch offensichtlich durch ihre amerikanischen Freunde nur Gutes ward beschert. Napalm, Agent Orange? Never heard of!
Ansonsten bietet das Drehbuch eine bunte Mischung aus Klischees, fehlenden Überraschungen und kleinen Grausamkeiten, die allerdings auf der Leinwand nur selten explizit oder schockierend wirken. Unangenehm dagegen wirkt Brian Mays übermäßig sentimentaler Score, der den unappetitlichen Filmbrocken sinnvollerweise in fettige Soße packt, durch welche dieser noch schwerer goutierbar wird.
Alles in allem ist MIA 2 ein Film, der vieles falschmacht, dumm und völlig unambitioniert erzählt ist, dessen Action ebensowenig mitreißt wie seine Story, welche dafür mit einer Extraportion Dreistigkeit und Geschichtsverfälschung aufwartet und trotzdem langweilt.
Nur für Chuck Norris-Allesfresser.

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