Review

Mit " Missing in Action " gelang Chuck Norris verdient und entgültig der Durchbruch, Knapp ein Jahr später schob man gleich eine Fortsetzung nach, vom selben Team in Szene gesetzt. Nur die Wahl des Regisseurs fiel auf Lance Hool, welcher sich auch schon oft als Produzent etablierte. Yoram Globus und Menahem Golan steuerten ein ordentliches Budget bei, da Norris in dieser Zeit ein echter Kassenmagnet war. In den guten alten 80er Jahre liefen solche Filme bei uns sogar noch im Kino. Leider hat " Missing in Action 2 " einen sehr schweren Stand in Deutschland. Schon die Kinofassung wurde gekürzt und bis heute gibt es keine deutsche DVD Auswertung, bis auf das Bootleg, welches ich mir jetzt geholt habe, weil ich den Film endlich mal uncut sehen wollte. Auch wenn die Meisten sich von Bootlegs distansieren, kann ich es jedem Fan nur empfehlen. Gute Ton und Bildqualität.
Story:
Bei einem Rettungseinsatz in Vietnam, wird die Truppe um Colonel James Braddock ( Chuck Norris ) von dem eiskalten Colonel Yin ( Soon-Tek Oh ) gefangengenommen. Yin will Braddock zu einem Geständnis von verschiedenen Verbrechen zwingen, welche Braddock nie begangen hat. Doch Braddock bleibt hart und seine Truppe und er werden täglich aufs neue gefoltert und gedemütigt. Von Tag zu Tag wird die Truppe durch Hinrichtungen kleiner, doch bald gelingt Braddock die Flucht und er rächt sich grausam an Yin.

Den Drehbuchautoren Steve Bing und Larry Levinson ist hier fast gar nichts mehr eingefallen, stattdessen bekommt der Zuschauer Klischee über Klischee serviert und die Cannon typische, sehr fragwürdige Ideologie. Auch sollte man sich darauf gefasst machen, dass sich der Löwenanteil der Action auf die zweite Hälfte konzentriert, vorher passiert nicht sonderlich viel. Die guten Amis werden gefoltert, geprügelt, müssen tagsüber arbeiten, danach werden sie in Bambuskäfige gesteckt und sind sich natürlich keinerlei Verbrechen benutzt. Zwischendrin gibt es mal einen Fluchtversuch, oder eine Hinrichtung. Die Vietnamesen finden sich in ihrer üblichen Rolle als eiskalte Mörder wieder, welche trotz Kriegsende immer noch weiter rebellieren und nebenbei sogar noch Deals mit Drogen durchführen. Über das alles muss man großzügig hinweg sehen, dann kann man sich bei Cannon köstlich unterhalten. Auch Hool´s Inszenierung lässt keine Wünsche offen, keine Längen und sehr temporeich, trotz des Actionmangels in der ersten Hälfte.
Die Dschungelkulisse ist sehr authentisch und eignet sich perfekt für Braddock´s Guerillamethoden. Der Score ist rein instrumental und sehr patriotisch angehaucht, gut klingen tut es trotzdem.
Außerdem geht es hier sehr rabiat zu. Die Foltermethoden sind brutal, die Hinrichtungen geschehen in Nahaufnahme und nach Braddock´s Ausbruch geht es richtig zur Sache. Da müssen die Charlies in Dutzenden dran glauben. In bester Rambo Manier werden Feinde abgefackelt, weggesprengt, erschossen, oder sonstig brutal ermordet. Dabei wird das ganze Lager nach und nach in die Luft gejagt, mit bildschirmfüllenden Explosionen, einfach klasse das anzusehen, alles noch handmade. Mit Fights wird man auch gut bedient, vor allem der Endkampf zwischen Yin und Braddock hat es in sich, auch weil er ziemlich lang ist. Zudem zeigt Norris hier einige tolle Moves und Tricks.
Chuck Norris schauspielert hier eigentlich kaum, doch den Dschungelrambo nimmt man ihm ab, außerdem ist genau solche Kriegsaction sein wahres Ding. Soon-Tek Oh gibt einen richtig fiesen Gegenpart ab. Die restlichen Darsteller sind auf gewohntem ( gutem ) Cannon Niveau.

Fazit:
Brutaler und ideologisch sehr fragwürdiger Dschungelactioner. Die Story ist minimal, stattdessen werden wir mit Klischees überschüttet. Doch die Action holt die Kohlen aus dem Feuer, krachig und sehr rabiat geht es hier zur Sache, dazu die passende Kulisse mit einem partiotisch angehauchten Score. Die Darsteller sind allesamt in Ordnung.
Perfekte Actionunterhaltung zum Hirnausschalten, lässt so gut wie keine Wünsche offen.

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