Review

„Missing in Action 2 – Die Rückkehr“ ist wie das Original ein platter B-Actioner mit patriotischen Tendenzen, hat mir aber besser gefallen als „Missing in Action“.
Vietnamkrieg: Colonel James Braddock (Chuck Norris) und seine Truppe erhalten einen Hilferuf von beschossenen Marines und rücken mit dem Hubschrauber zu deren Hilfe aus. Es kommt zu einem Feuergefecht, in dessen Verlauf jedoch der Hubschrauber abgeschossen wird. Damit beginnt der Film schon wie bei Cannon gewohnt mit einem bleihaltigen Appetizer, damit man bloß weiterguckt ehe man überhaupt die Charaktere einführt.
Braddock und die Seinen landen in einem vietnamesischen Gefangenenlager mitten im Dschungel, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Die Wärter sind erbarmungslos, die Sicherheitsvorkehrungen gut und das Camp liegt in einem abgeschiedenen Dschungel. Alles andere würde ja auch den Zuschauer auch enttäuschen, denn schließlich soll aus einem Dschungelcamp nicht jeder dahergelaufene Schlurfi, sondern nur die Härtesten der Harten ausbrechen können, oder?

Allerdings macht man Braddock das schon Jahre andauernde Leben in Gefangenschaft immer härter. Captain David Nester (Steven Williams) sympathisiert mit den Bewachern und wird bevorzugt behandelt, während die Lagerführung unter Colonel Yin (Soon-Tek Oh) mit allen Mitteln Braddock dazu zwingen will ein Geständnis über seine Verbrechen am vietnamesischen Volk zu unterschreiben…
Eines sollte man beim Sehen von „Missing in Action 2“ komplett außer acht lassen: Den ideologischen Hintergrund. Die US Boys sind alle tapfer, Verräter hinterhältig und die Vietnamesen ein komplett kreuzböser Haufen ohne Skrupel. Neben dem im Vergleich zu den Amerikanern eher kleinen Lagerkommandanten darf natürlich auch der bullige Vollstrecker nicht fehlen, wie so oft verkörpert von Professor Toru Tanaka, der von Norris bereits in „Der Gigant“ die Hucke voll bekam.
Die Story erzählt die Vorgeschichte zu dem ersten „Missing in Action“ und beschreibt Braddocks Leben in Gefangenschaft sowie seinen Drang auszubrechen. In der ersten Hälfte ist der Film noch etwas actionarm und porträtiert die Gefangenschaft, was zwar nicht überragend, aber dennoch recht unterhaltsam ist – sofern man die Charakterzeichnung nicht wirklich ernst nimmt. Dann nimmt in der zweiten Hälfte das Tempo zu, was den Spannungsbogen weiterzeichnet und die Ereignisse zuspitzt. Zudem wird der Plot ohne Längen abgespult, auch wenn man keine großen Überraschungen erwarten soll. Allenfalls die Frage, wie viele Nebencharaktere wohl den Löffel abgeben werden, kann man sich nicht im Voraus beantworten.

Die Action bietet Explosionen, Geballer und Nahkämpfe in ausreichender Menge, wobei vor allem die zweite Hälfte mit einer geballten Ladung Zerstörung, Mord und Totschlag in ästhetisch ansprechender Form aufwarten kann. Die Action ist für Alter und Budget des Films wirklich ansprechend und auch recht spektakulär inszeniert, weshalb man als Actionfan weder Menge noch Qualität selbiger kritisieren kann. Allerdings ist von den deutschen Fassungen lediglich die ungeprüfte brauchbar, doch Genrefans sollten sich auf die Suche nach einer ungekürzten Fassung machen.
Chuck Norris ist hier etwas besser als sonst und gibt eine solide Leistung ab, auch wenn er weit davon entfernt ist ein guter Schauspieler zu sein. Die restlichen Darsteller machen ihre Sache ebenfalls gut und füllen ihre Rollen überzeugend aus, auch wenn die Charaktere allesamt recht klischeehaft sind.

Ideologisch fragwürdig, aber inhaltlich spannend und mit ordentlicher Action – so erweist sich „Missing in Action 2“ noch nicht als Genrehighlight, aber ordentlicher Vertreter seiner Gattung.

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