Review

Inhalt:

China, während der Ming-Dynastie. Der Clan-Führer Long Wu Tian (Lu Ping) ist ein skrupelloser und grausamer Mann, der wie versessen das zweite Buch des KungFu-Manual "Mighty Power of Five Masters" sucht. In dem Lehrbuch das Long besitzt, sind nur 3 der 5 Mighty-Power-Techniken enthalten. Diese beherrscht Long, was ihn bereits nahezu unbesiegbar macht. Es müsse aber seiner Meinung nach noch ein zweites Manual geben, hinter dem Long nunmehr seit Jahren her ist.

Long geht davon aus, dass ein anderer Meister im Besitz dieses zweiten Manuals sein müsse, und "klappert" daher mit seinen besten Fightern, den "Notorious Five of the Dragon Valley" (u.a. Lung Fei, Kao Ming, Hsieh Hsing, Chang Yi-Kuai) die Meister der Region ab, diese zum Kampf stellend. So auch Master Tai Shiu, den er gnadenlos tötet...! Die beiden noch minderjährigen Schüler des Meisters lässt Long jedoch am Leben: Xiang Kiu und dessen Schwester Xiao Shu. Jahre vergehen.

Long Wu Tian, immer noch auf der Suche nach dem zweiten Manual des "Mighty Power of Five Masters", und die Meister der Kampfschulen herausfordernd, stellen sich zwei Kämpfer entgegen: Ein ominöser KungFu-Fighter der sich Jin Gang nennt, und eine geheimnisvolle Amazone, die in Männer-Kleidung auftritt. Jin Gang wird bei einer dieser Auseinandersetzungen schwer verletzt, die Amazone rettet ihn, und pflegt ihn gesund. 

Es stellt sich heraus, die beiden sind die Schüler von einst, Xiang Kiu (Ling Yun) und Xiao Shu (Ivy Ling Po)! Sie haben nur einen Gedanken, Rache am Tod ihres Meisters Tai Shiu zu nehmen. Im Dragon Valley kommt es zum alles entscheidenden Show-Down gegen die "Notorious Five" und alle Schergen, und schließlich zum so gnadenlosen wie blutigen Kampf auf Leben oder Tod gegen Long Wu Tian...!

Kritik:

Im Jahre 1971 drehte Regisseur Joseph Kuo für die Studios der Shaw Brothers diesen einfach in seiner Story gehaltenen und überaus actiongeladenen WuXia-Eastern mit dem multigeschlechtlichen Helden-Gespann Ling Yun und Ivy Ling Po in den Hauptrollen. Meines Wissen die einzige Regie-Arbeit von Joseph Kuo für einen Eastern-Film der Shaw Brothers..., Joseph Kuo, nur wenig später selbst Produzent mit eigenem Studio ("Hong Hwa International"), dabei oft wieder selbst regieführend und das sehr erfolgreich (u.a. "Die 18 Kämpfer aus Bronze", siehe mein Review auf dieser Webseite).

Hier handelt Joseph Kuo eine recht einfache Rache-Story ziemlich flüssig und stringent ab, eine simple Geschichte um Rache, die ein männlich-weibliches Duo gegen einen finsteren Villain und dessen Schergen ausübt, was natürlich immer wieder zu Fights führt, was diesen Streifen überaus actiongeladen macht, ein echter WuShu-Actioner, ein reiner Unterhaltungsfilm somit. Und dies bedeutet, dass die marginale Story ins Hintertreffen gerät und einmal mehr nur dazu dient, all die Kämpfe lediglich miteinander zu verbinden.

Das macht aus "The Mighty One" einen geistig nicht überfordernden Eastern, einen fast puristischen Martial-Arts-Film in dem die Action im Fordergrund steht. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn die Fights überzeugen. Tja, und das tun sie leider hier nicht immer. Die Action ist furios-rasant, dynamische Fight-Choreographien, doch manches lief für meinen Geschmack denn etwas zu ratzfatz ab, zumal einige Male der Geschwindigkeitsregler verrückt spielte und die in einem WuXia unvermeidlichen Flugeinlagen übertrieben oft eingesetzt wurden. Weniger wäre hier mehr gewesen. Und dass die Action in Echtzeit ja durchaus passte und gelang, zeigte der Show-Down mit ca. 20 Minuten NonStop-Fightaction-Total. Dies in einer Tal-Schlucht, was eine räumliche Offenheit bot und Atmosphäre mal außerhalb der einmal mehr edlen Shaw-Studiosets. Diese sind natürlich eine Klasse für sich, und geben auch diesem WuXia die typische, schöne Shaw-Atmosphäre.

Die teils überhastet-irrealen Sequenzen bei der Action und die doch ziemlich mager-marginale Story, sind denn auch schon die zu bemängelnden Mankos. Doch ist "The Mighty One" insgesamt eine recht flott-rasante, somit temporeich-spritzige und eben durch die Einfachheit geistig nicht überfordernde Unterhaltung für den WuXia-Fan, zumal die Fightaction wenn sie denn reell ist -auch vom Tempo her- überzeugte.

Ling Yun ist hier der männliche Held, der seine Rolle cool-hart in Aktion und Mimik runterspult, das passte. Etwas würdevoller und irgendwie souveräner tritt da seine Partnerin Ivy Ling Po auf, deren aristokratisches Profil einmal mehr auf- und gefiel. Somit bildeten beide ein illustres Duo, welches den entscheidenden Show-Down gegen den Hauptvillain Lu Ping zu einem Pas-de-Trois des WuShu verhalf. Lu Ping selbst, gibt hier einen speziellen, sonnengebräunten White-Hair-Villain, zunächst edel ja fast sonor wirkend in seinem Auftritt, aber skrupellos grausam und böse. Passte also auch. 

Die 5 Killer um ihn herum sind kontrastierend gröber gezeichnet, 5 brutale Fighter, misogyn und ungehobelt. Lung Fei der Prominenteste unter ihnen, das spricht für sich und die ungehobelte Aura dieser 5 Schergen des Edel-Villain. 

Die Fightaction, meist Swordplay und WuShu, weniger KungFu, nimmt wie bereits erwähnt breitesten Raum ein, und ist nicht ohne Mankos. Doch die Fülle an Action gleicht das wieder weitestgehend aus, und das Finale bot ca. 20 Minuten Fightaction total. Und es wird dramatisch und blutig.

"The Mighty One", 83 Minuten pure, tempo- und actiongeladene Unterhaltung als WuXia-Eastern "so Zwischendurch" für den Fan der Shaw Brothers. Knappe, aufgerundet-zusammengeläpperte 6 von 10 Punkten kann sich "The Mighty One" noch in meiner Bewertung erfighten...!

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