Review

Gesamtbesprechung

Ist es nun ein Segen oder ein Fluch? Shawn Spencer (James Roday) ist mit einer Gabe ausgestattet, von der schon ein gewisser Adrian Monk nicht genau wusste, ob es ein Segen oder ein Fluch ist. Shawn und Adrian verbindet eine Gabe, die, wenn man sie nicht hat, sich wohl jeder Mensch wünscht. Sie sehen die Kleinigkeiten, die Details, auf die es ankommt. Sie vergessen nichts, was man ihnen gesagt, gezeigt oder was sie zufällig unterbewusst gesehen haben. Insofern ist die Serie „Psych“ ziemlich ähnlich wie die uns wohl allen bekannte und ans Herz gelangte Serie „Monk“. Der große Unterschied ist natürlich, dass Shawn nicht an irgendwelchen Psychosen leidet, auch wenn man das bei dem Titel doch vermuten könnte. Shawn möchte – den Grund habe ich leider vergessen – nicht in den stupiden Beruf „Polizist“ eintreten, so wie es sein Vater – der Förderer seiner Gabe – ein Leben lang gewesen ist. Doch er findet nach unzähligen Jobs Interesse daran, seine Begabung zu nutzen, um der „unfähigen“ Polizei unter die Arme zu greifen und nebenbei auch noch etwas Kohle zu verdienen. Mit ins Boot zieht er noch seinen alten Kumpel Burton „Gus“ Guster (Dulé Hill) , der eigentlich Pharmavertreter ist und nicht so viel Enthusiasmus für die Rolle des Privatdetektivs verspürt. Weiter kann ich mir irgendwie nicht den Grund erklären, wozu Shawn sich nicht als normaler Berater der Polizei (wie es Adrian Monk ist) anstellen lässt. Er fährt auf der Schiene des Übernatürlichen, da er anscheinend keinem Menschen sonst klar machen könnte, welche Begabungen er hat und wodurch es ihm möglich ist, die Fälle so präzise aufzuklären. Es wird hier viel auf Dramatik wert gelegt und manchmal sind die „Eingebungen“, die Shawn bekommt, eher lächerlich als komisch.Auch die vehemente Abneigung des Polizeibeamten Carlton Lassiter (Timothy Omundson) für die Unterstützung durch Shawn ist nach ein paar Folgen ziemlich abgenutzt und nicht mehr ganz nachvollziehbar. So ist da die unterwürfige Haltung der Polizei bei „Monk“ doch eher glaubhaft, denn schließlich sollte man auch irgendwann über sein Ego springen, wenn es darum geht, einen freilaufenden Mörder zu fangen. Natürlich ist am Schluss immer Shawn der Held, auch alle Frauen liegen seinem göttlichen „Charakter“ zu Füßen, sein Kumpel ist stets der Trottel und auch Lassiter macht in seiner Nähe nie eine gute Figur. Lediglich sein Vater Henry (Corbin Bernsen) scheint für Shawn eine Art Kryptonit zu sein, denn ihm steht er immer ziemlich devot gegenüber, aber damit soll wahrscheinlich die Rangfolge des Erziehers zum Erzogenen eingehalten werden. Denn selbst wenn Shawn seinem Vater beweisst, dass er mittlerweile ein Subjekt der Gesellschaft geworden ist, reicht dies Henry in keinster Weise aus, um Nähe oder gar Liebe zu seinem Sohn aufzubauen. Alles in allem finde ich „Psych“ nicht schlecht. Es ist unterhaltsam und man kann bei den Mordfällen meist sehr amüsierend miträtseln. Auch die Sprüche der einzelnen Beteiligten sind auf einer Skala weiter oben anzusiedeln. Die Storys sind bis jetzt sehr gut ausgedacht, flüssig erzählt und vor allem plausibel. Abstriche bekommt von mir „Psych“ nur, weil die Rollenverteilung der einzelnen Charaktere so überschaubar ist und mir v.a. die Hellseher-Fähigkeit (also eigentlich das, worauf „Psych“ basiert) zu wenig glaubhaft verkauft worden ist, bzw. mir nicht mehr der Grund dafür einfallen mag, warum überhaupt Shawn auf den Trichter gekommen ist, auf übernatürlich zu machen… Fazit: 7.5/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme