Man darf nicht in Angst leben.
Dieses Zitat fällt des öfteren in Ghost Rider, eine Verfilmung des hierzulande recht unbekannten, gotischen Comics, und bezichtigt den inneren Kampf von Johnny Blaze mit sich selbst. Durch eine Tragödie macht er sich selbst Vorwürfe und kämpft mit seinen eigenen Dämonen. Dabei stehen noch ein paar weitere direkt vor seiner Tür.
Die Story ist aus dem Nähkästchen. Kleiner Junge macht einen törichten Deal mit dem Teufel höchstpersönlich und wird hintergangen. Als Obulus liegt ein Fluch auf ihm, den ihn zum Kopfgeldjäger des Teufels macht. Nicht sofort sondern zu gegebener Zeit. Ein paar Jahre später ist es dann soweit. Ein paar böse Jungs stehen vor der Tür die selbst dem Teufel gefährlich werden könnten. Also schickt dieser seinen Rider. Dazwischen erleben wir unseren Hauptcharakter im wilden Wechselbad der Gefühle zwischen Liebe, Sensationsgier und Risikobereitschaft.
Die Story wird niemanden groß begeistern und setzt keinerlei Maßstäbe. Ghost Rider brilliert in der Umsetzung und den Effekten. Wenn mit lautem Getöse das Bike des Ghost Rider über die Leinwand düst, wird der Zuschauer direkt an den Sessel gepresst. Die Verwandlung selbst und die Darstellung der Gegenspieler ist große Klasse. Des öfteren sind natürlich die Effekte eindeutig von realen Hintergründen zu unterscheiden, dies gibt dem Trashfaktor aber einen besonderen Reiz.
Echte Hingucker gibt es nicht nur bei den Effekten sondern auch bei den Darstellern. Für das weibliche Volk haben wir den knackigen und regelrecht "feurigen" Nicolas Cage. Für das männliche Volk die scharfe Eva Mendes die des öfteren tiefe Einblicke zulässt. Schauspielerisch leisten beide das geforderte Maß an ihre Rolle. Die Nebenfiguren und Bösewichter auch. Ein Schmunzeln hängt auf dem Mund wenn Sam Elliot im Cowboylook über die Leinwand läuft oder Wes Bentley als böser Bube unschuldigen Menschen das Leben aussaugt.
Leider kommen die Auseinandersetzungen zwischen dem Rider und den Gegenspielern etwas kurz. Zu gerne hätte ich etwas mehr Geplänkel gesehen, meist schwingt der Rider allerdings nur kurz seine Kette und schickt die Seelen der bösen Buben flott wieder zurück in die Hölle.
Kurzweiliges Comic-Kino, mit vielen Effekten, guten Schauspielern, gotischer Atmosphäre und einer Standardstory. Kopf ausschalten, anschauen, genießen!
8 / 10